• Vietnam

Die USA haben, wie Nixons Berater Kissinger am Wochenende erläuterte, „einigen Grund zur Annahme“, daß Nordvietnam bei den kommenden Pariser Vietnamgesprächen eine positivere Haltung als bisher einnehmen werde. Zwischen Washington und Hanoi habe es intensive Kontakte hinter den Kulissen gegeben. Der Professor widersprach auch Äußerungen kommunistischer Diplomaten nicht, wonach Peking und Moskau die nordvietnamesische Regierung dringend gebeten hätten, „konstruktiv zu verhandeln“. Der Chefdelegierte Hanois, Xuan Thuy, erklärte jedenfalls in Paris (nach Zwischenstationen in Peking und Moskau), er warte „mit Freude“ auf jeden Vorschlag der USA.

Hanoi behauptet weiterhin, daß die US-Luftwaffe systematisch die Deichanlagen des Roten Flusses bombardiere. In den USA hält die Diskussion um die „metereologische Kriegführung“ an: Amerikanische Flugzeuge haben seit mehreren Jahren Wolken „angezapft“, um den gegnerischen Vormarsch durch Regelfälle zu behindern.

  • Nahost

Moskau ist nicht bereit, sich auf das Abenteuer eines weiteren ägyptisch-syrischen Krieges gegen Israel einzulassen. Das erklärte die Kreml-Führung in aller Deutlichkeit dem syrischen Staatspräsidenten. Assad in Moskau beim Abschluß eines Waffenhilfeabkommens für Syrien. Assad ließ in einer Fernsehansprache durchblicken, daß er mit dem sowjetischen Bemühen um eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts nicht einverstanden sei. Bei einer Blitzvisite informierte er seinen ägyptischen Kollegen Sadat in Kairo.

Für eine Lösung am Verhandlungstisch gibt es allerdings keine Anzeichen. UN-Generalsekretär Waldheim möchte, wie er in Gesprächen mit Botschafter Jarring bekräftigte, aber noch einmal die Friedensmission des Schweden beleben.