Was der ebenso clevere wie schöne Pseudokonsul Weyer aus München einst vorexerzierte, Würden und Titel aller Art gegen bar zu verkaufen, machte erneut Schule Auf einen Trick besonderer Art verfiel der Bonner Schriftsteller Walter Menzel. Er machte sich nicht nur die Sucht der Bundesbürger nach Titeln zunutze, er ritt zugleich auf der Sympathiewelle für die Entwicklungshilfe. Zum Preis von 18 000 bis 20 000 Mark versprach er deutschen Wohlstandsbürgern einen Doktortitel.

Menzel gründete die „Internationale Vereinigung zur Verwirklichung der Einheit der Welt‘ und ging mit der Notlage afrikanischer und asiatischer Universitäten hausieren. Die Lehrstätten seien bereit, Ehrendoktorwürden gegen entsprechende Dotierungen zu verhökern, verhieß er kühn.

Einheitsphilosoph Menzel, der die zivilisierte Welt vor der globalen Krisis bewahren will, bekam vom Bonner Finanzamt nicht nur die Gemeinnützigkeit bescheinigt, auch Nordrhein-Westfalens Kultusminister bestätigte dem Unionisten ahnungslos: „Die Ziele Ihrer Vereinigung erschienen mir im höchsten Maße, unterstützungswert, und ich hoffe, daß die Gedanken von möglichst vielen Bürgern aufgegriffen werden.“

Vorläufig wurde Menzels geplanter Handel mit akademischen Würden gestoppt. Die deutschen Botschaften in Staaten der Dritten Welt, denen Menzel Geld bot für Titel, die er dann in Deutschland verkaufen wollte, schalteten sich in den Handel ein. Die Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen verfolgte den Fall, und inzwischen recherchiert auch das Wissenschaftsministerium der Düsseldorfer Landesregierung, was es mit den Titelgeschäften auf sich hat.

Schriftsteller Walter Menzel, der über das „Geheimnis der Menschwerdung“ und „Alle Wahrheit dieser Welt“ schrieb, fühlte sich ertappt und steckte nach eigenen Angaben den Handel wieder auf. Menzel: „Ich habe das abgeblasen, weil ich damit aneckte.“ Nun flüchtet sich der versponnene Philosph in die Klage: „Jeder Boxer kriegt in diesem Land Geld, für Philosophen gibt es nur einen Dreck.“ hff