Während die Aktien von BMW und Daimler in diesem Jahr überdurchschnittlich gestiegen sind, bewegen sich die VW-Aktien weiterhin auf Basis ihres Jahrestiefststandes. Wer gehofft hatte, die Hauptversammlung in Wolfsburg würde den VW-Kurs aus seiner Talsohle bringen, wird inzwischen gemerkt haben, wie falsch solche optimistischen Annahmen waren. Es ist alles andere als ermutigend, wenn der Vorstand immer erneut erklären muß, das Volkswagenwerk sei ein gesundes Unternehmen geblieben. In der Öffentlichkeit ist offensichtlich ein anderer Eindruck entstanden – und an der Börse ebenfalls.

Auf der Hauptversammlung traten alle Schwächen der Gesellschaft noch einmal deutlich zutage. Sie reichen von der Modellpolitik, für die der jetzige Vorstandsvorsitzende nicht verantwortlich gemacht werden kann, bis zur Zusammensetzung des Aufsichtsrates, in dem auch eben Männer sitzen, denen es – grob gesagt – nicht auf Gewinnmaximierung ankommt, sondern die Interessen zu vertreten haben, die mit denen der Kleinaktionäre nicht übereinstimmen.

Weil dies so ist, darf man sich nicht wundern, wenn sich Ausländer für VW-Aktien so gut wie gar nicht interessieren. Da aber die Ausländer, vor allem die Engländer, die hinter uns liegende Aktienhausse initiiert haben, ist es verständlich, warum der Kurssegen an den VW-Aktien vorübergegangen ist. Den Ausländern sind die „kapitalistischen“ deutschen Autofabriken angenehmer. Dies um so mehr, wenn bei ihnen auch noch besser verdient wird als beim Volkswagenwerk, wozu allerdings im Augenblick nicht viel gehört. K. W.