Im ersten Halbjahr 1972 stiegen in Großbritannien die Preise für Häuser um 18 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung: In den späten sechziger Jahren wurde im Bausektor durch Gesetz das Expansionstempo gedrosselt; man hoffte damit der Pfundkrise Herr zu werden. Diese Situation wurde von Multimillionär Hairy Hyams besonders erfindungsreich ausgenutzt.

Die mehrheitlich in seinem Besitz befindliche Oldham Estates-Gruppe nützte alle Kniffe, im aus den Bestimmungen Profit – zu ziehen. Ihr 32 Stockwerke hoher Büroblock Centre Point im Herzen Londons stellt seit 1964 leer. Hyams’ Kalkulation: Der Kapital wert von Centre Point steigt schneller als die Mieteinnahmen. Denn nach britischer Sitte wird der Weit eines Bürohauses auf die zwanzigfache Jahresmiete festgesetzt. Gleichzeitig ist es üblich, die Miete auf mehrere Jahre zu fixieren. Ist der Mietvertrag unterschrieben, kann der Kapitalwert nicht mehr steigen,

Bleibt ein Haus aber in Zeiten schnell steigender Mieten leer, gewinnt es ständig an Wert. Da Büroraum in London besonders rar ist, entwickelt sich der Wert bei Bürohäusern überproportional. So wurde Centre Point 1964 mit fünf Millionen Pfund bewertet, heute dagegen mit 20 Millionen.

Umwelt- und Hausbauminister Peter Walker drohte nun Hyams mit der Enteignung. Falls er Centre Point „in den nächsten Monaten nicht vermiete“, will der Staat Centre Point übernehmen; die Baukosten will man dem Bauherrn freilich erstatten. fcw