Vielleicht hat so mancher, der sich ein Bein oder einen Arm gebrochen hatte, seinen Gipsverband unnötig lange tragen müssen. Künftig jedenfalls können Patienten hoffen, daß sie den beschwerlichen Gips loswerden, sobald die Knochenbruchteile fest verleimt sind. Dafür sorgt eine Methode, die John M. Jurist und Edmund L. Markey von der Universität Wisconsin entwickelt haben.

Die beiden Chirurgen testen mit Schallwellen einer bestimmten Frequenz die Knochenfestigkeit. Werden Schallwellen auf einen Knochen gerichtet, dann beginnt dieser zu vibrieren – vorausgesetzt freilich, daß sie die richtige, der Größe, Form und Zusammensetzung des Knochens entsprechende Frequenz haben.

Die Dimensionen des Knochens, so erklärte Professor Jurist das Verfahren, werden zunächst mit Röntgenaufnahmen bestimmt. Dann kann man bei der Beschallung die Resonanzfrequenz bestimmen und aus ihrer Größe die Festigkeit des Knochenmaterials errechnen.

Die Methode eignet sich nicht nur für die Bestimmung des Zeitpunkts, an dem der Gipsverband nach einer Knochenfraktur abgenommen werden kann, sondern auch zur Früherkennung der Osteoporose, des besonders alte Frauen befallenden Schwund des festen Knochengewebes. Wird diese Krankheit rechtzeitig erkannt, dann lassen sich die in ihrer Folge auftretenden Brüche mit geeigneten Maßnahmen verhüten.

V. G.