Nach seiner Rückkehr aus Bulgarien berichtete Belgiens Außenminister Harmel, die Regierung in Sofia habe ihm ihr Interesse an einer Aufnahme in das System der allgemeinen Zollpräferenzen der EWG für Entwicklungsländer bekundet. Anders als die Rumänen haben die Bulgaren in dieser Frage bisher zurückhaltender taktiert und sich damit Ärger bei den eigenen Partnern im Comecon und Enttäuschungen über das Verhalten der EWG erspart.

Der schriftlich bei der EWG eingegangene Antrag Rumäniens war im EWG-Ministerrat von Frankreich abgeblockt worden. Rumänien sei kein Entwicklungsland, argumentierte der französische Außenminister Schumann, der Abschluß eines Handelsvertrages deshalb angemessener. Es half nicht der Hinweis, daß von der EWG bereits mit Zollpräferenzen bedachte Entwicklungsländer wie Argentinien, Venezuela oder Kuba genauso reich oder arm seien wie Rumänien. Auch die Mahnung, Bukarest nicht in politische Unannehmlichkeiten zu stürzen, verfing nicht. Solange Moskau sich noch nicht entschieden hat, wie es sich zu Brüssel stellt, kann Rumänien nämlich kaum einen Handelsvertrag mit der EWG riskieren.

Im Herbst muß sich der Ministerrat erneut mit dem Antrag der Rumänen befassen. Die Entscheidung dürfte dann leichter fallen. Fidel Castros Zuckerinsel, im Juni vom Ministerrat der allgemeinen Zollpräferenzen für würdig befunden, ist nämlich seit 12. Juli Mitglied des Comecon. hhb