Wer mit dem Auto durch Italien, Spanien, Frankreich oder über den Brenner fährt (von Amerika nicht zu reden), muß sich wohl oder übel damit abfinden, daß da Autostraßengebühren zu zahlen sind – zuweilen so viel, daß er für den gleichen Preis auch mit der Bahn hätte fahren können. Das Bundesverkehrsministerium verschmäht solche Autostraßengebühren. Was spricht dafür, was dagegen?

CONTRA:

1. Die deutschen Autobahnen haben so viele Zufahrten, daß der notwendige Ausbau von Gebührenerhebungsstellen mehr – ebensoviel – beinahe so viel kosten würden, wie die Gebühren einbringen.

2. Belegte man die Autobahnbenutzung mit Gebühren, dann würde ein Teil des Verkehrs abwandern auf die ohnehin überlasteten Bundesstraßen.

3. Nichts ließe sich über die Autobahngebühren erreichen, was sich nicht auch auf dem verwaltungstechnisch weniger mühevollen Umweg über die Benzinsteuer erreichen läßt: Wer viel fährt, zahlt viel Steuern.

4. Der in Stoßzeiten ohnehin sehr zähflüssige Verkehr auf den Autobahnen würde durch die "Tarif-Stellen" noch zäher.

5. Deutsche Unternehmen würden die durch Autobahngebühren erhöhten Preise nur abwälzen auf die Käufer ihrer Produkte.