Das Bundesverkehrsministerium hat die Bitte der Bundesbahn um Tariferhöhungen im Personenverkehr für dieses Jahr abgelehnt.

  • In der Öffentlichkeit wird der Beschluß des Bundesverkehrsministers als Geschenk der Regierung an die Bahnbenutzer und Wähler betrachtet. Wie kann die Bahn dieses Wahlgeschenk verkraften?

Vaerst: Wir bedauern außerordentlich, daß durch die Indiskretion eines Reisebüroangestellten unsere Planungen vorzeitig bekannt geworden sind, ohne daß wir die Möglichkeit hatten, uns im einzelnen mit dem Bundesverkehrsministerium abzustimmen. Was nun das geplante Ausmaß der Tarifänderungen betrifft, so muß ich dem in einem Teil der Presse entstandenen Eindruck widersprechen, daß es zu Erhöhungen zwischen 30 und 50 Prozent gekommen wäre. Tatsächlich waren es im Schnitt zwischen neun und zehn Prozent.

  • In einzelnen Bereichen waren sie aber über die 20-Prozent-Marge, innerhalb der Sie Tarife ohne Genehmigung ändern können, hinausgegangen.

Vaerst: Das ist richtig. Uns ist, was dieses Gesamtkonzept angeht, die Genehmigung für das versagt worden, was durch Kumulation linearer und struktureller Erhöhungen über die 20-Prozent-Grenze hinausgegangen wäre.

  • Heißt das, daß Sie no ob in diesem Jahr innerhalb dieser Grenze Tarife erhöhen können?

Vaerst: Theoretisch ja, praktisch deshalb nein, weil die Vorbereitung neuer Personenverkehrstarife etwa ein halbes Jahr erfordert.