Die Volksrepublik China ist offensichtlich daran interessiert, die Beziehungen zu der Bundesrepublik zu verbessern und bald mit den Gesprächen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu beginnen. Dieser Eindruck herrschte schon nach den ersten Unterhaltungen – von Peking als „Verhandlungen“ definiert – des ehemaligen Außenministers Schröder mit dem stellvertretenden Außenminister Tschiao Kuan-hua vor.

Schröder, Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses im Bundestag, war am Samstag in Peking eingetroffen. Er kam auf Einladung des chinesischen Instituts für Auswärtige Angelegenheiten. An den Gesprächen, die sich mit weltpolitischen Problemen befaßten, nahmen auch enge Vertraute Mao Tse-tungs teil.

Aus den Kreisen der chinesischen Teilnehmer gab es Hinweise, daß Schröder doch ein offizielles Schreiben der Bundesregierung mitgebracht hat. Peking ließ es jedenfalls nicht an Hinweisen fehlen, daß es die „Vertiefung der gegenseitigen Freundschaft“ gerne diplomatisch untermauern möchte.