Dortmund

Hilfe droht der Westfalenmetropole aus dem kühlen Norden: Dortmunds Borussen gehen – Spiegel-Augstein soll kommen: Als FDP-Bundestagskandidat. Pikanterweise soll Augstein in just jenem Wahlkreis 114, den seine Dortmunder Genossen Ex-Superminister Schiller (der ihn bislang für die SPD innehatte) nach seinem spektakulären Rücktritt vorzuenthalten gedenken, kandidieren. So jedenfalls will es der Dortmunder FDP-Vorsitzende Hans H. Gattermann,der diesen Gedanken „reizvoll“ findet.

Kaum hatte Augstein seinen Spiegel-Redakteuren den Entschluß, Politiker zu werden, kundgetan und die Tatsache bestätigt, daß er mit den nordrhein-westfälischen Freien Demokraten um einen Platz in der Landesliste verhandelt habe, da trommelte Gattermann seinen Parteivorstand zusammen und schwor ihn auf seine Dortmunder Offerte ein. Der FDP-Vorsitzende: „Ich stelle mir einen Wahlkampf mit Rudolf Augustein recht munter vor.“

Munter wurde jedenfalls Eugen Schackmann, Chef des Dortmunder Presse- und Informationsamtes, als er die Möglichkeit sah, am Image der „Westfalenmetropole“ zu polieren: Er sandte unverzüglich süffige und süße Grüße an den Spiegel-Herausgeber: Dortmunder Bier und Süßigkeiten aus Europas modernster Schokoladenfabrik.

„Auf eine Probe Dortmunder Qualitätsstahl“, so das Presseamt, „haben wir verzichtet, zu leicht beißt man sich daran die Zähne aus.“ Obendrein soll ihm. ein Stadtplan die Orientierung in der größten Stadt Westfalens erleichtern – vielleicht, damit er sich öfter blicken läßt in seinem Wahlkreis als weiland Genosse Schiller.

Inzwischen allerdings sind etliche weitere Angebote, einen Wahlkreis für die Freien Demokraten zu übernehmen, bei Rudolf Augstein eingegangen. Und deshalb ist es fraglich, ob es bald heißen wird: Augstein, der dortmundige...

Hans Walgenbach, Lokalredaktion

Westfälische Rundschau