Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

Mauricio Kagel: „Exotica“; Portal, Globokar, Caskel, Bruck, Ross, Palm, Leitung: Mauricio Kagel; Deutsche Grammophon Gesellschaft 2530 251, 25,– DM

Die Platte hält eine von mehreren möglichen Versionen eines Stückes fest, bei dem europäische Musiker – und hier sind es virtuose Spezialisten – eine Fülle von außereuropäischen Instrumenten zu spielen haben. Exotische Klänge also, auf europäische Weise zueinander gebracht, nach einer exakt notierten, nie etwas dem Chaos überlassenden Partitur. Zu hören sind Konzentration und Spannung, eine faszinierende Musik, andersartig und doch für unsere Ohren aufnehmbar.

Nach Möglichkeit:

„Hanns Eisler“ – Vierzehn Arten den Regen zu beschreiben / Kammersinfonie / Nonett / 2. Klaviersonate / Zeitungsausschnitte / Lieder / Gespräche über Hölderlin; Wergo 600 64 (3 Platten), 49,– DM

Eine wichtige, eine notwendige Veröffentlichung, die Wergo alle Ehre macht. Das Bandmaterial für diese Platten liegt seit Jahren in der Bundesrepublik, niemand hatte den Mut, die Musik des bedeutendsten Komponisten der DDR zu veröffentlichen; immerhin steckt in den Liedern ja auch einiges, über das nachzudenken sich lohnt. Daß Schott-Wergo auf so pathetisch Überladenes wie die „Deutsche Sinfonie“ verzichtete und die auch unseren Agitprop-ungewöhnteren Ohren zugänglicheren – und damit auch verkäuflicheren – Musiken auswählte, gibt allerdings nur ein halbes Bild von Eisler.

Vielleicht: