Wie eine japanische Photofirma mit dem Bundeskartellamt in Konflikt geriet

Auf eine Premiere, die im Oktober 1961 stattfand, ist der japanische Kamerahersteller Yashica heute noch stolz. Damals gründete Yashica als erster japanischer Produzent eine deutsche Vertriebstochter, die Yashica Europe GmbH (Deutschland-Umsatz 1971: 14,8 Millionen Mark) in Hamburg. Eine Premiere, die in der vorigen Woche stattfand, wollen die Yashica-Manager möglichst schnell wieder vergessen: Das deutsche Yashica-Management machte erstmals Bekanntschaft mit dem Bundeskartellamt.

Die Berliner Wettbewerbshüter fuhren gleich bei der ersten Kollision mit den fernöstlichen Gästen große Kaliber auf: Die GmbH, ihr japanischer Geschäftsführer und der Vertriebschef wurden aus geringfügigem Anlaß mit erstaunlich hohen Geldbußen bedacht – 12 000 Mark für die GmbH, 3000 für den Geschäftsführer und 4000 für den Vertriebschef.

Kommentar von Rechtsanwalt Dietrich Mankowski, Rechtsberater der Japaner in Hamburg: „Der Fall ist nichts Besonderes, ungewöhnlich ist nur die Höhe der Bußgelder.“ Der Fall besteht aus nur einem Satz, den Yashica-Vertriebschef Masahiro Yamaoka etwas zu forsch und leider auch noch schriftlich formuliert hatte.

In den ersten Märztagen hatte Yamaoka einen Brief an den Düsseldorfer Geschäftspartner Doppheide und Kollow OHG verfaßt. Die Japaner forderten darin – nicht zum erstenmal – den Düsseldorfer Photohändler auf, sich in Zukunft doch an gewisse Preisvorstellungen der Japaner zu halten, Doppheide und Kollow war es zur Gewohnheit geworden, drei der gefragtesten Yashica-Kameras zu äußerst knapp kalkulierten Preisen abzugeben.

Die Doppheide-Preise von 262 und 275 Mark für zwei Kleinbildkameras und 330 Mark für eine zweiäugige Spiegelreflexkamera, sind laut Yamaoka „echt unter Einstandspreis“. Berücksichtigt man allerdings den Jahresbonus und sämtliche Skonti, dann kommen diese Preise „gerade hin“ (Yamaoka). Ein Anteil, für die allgemeinen Geschäftskosten aber war in den Preisen nach Meinung der Japaner auf keinen Fall enthalten.

Die Niedrigstpreise in Düsseldorf störten die Marktstrategie der Japaner. „Wir wollen“, so Geschäftsführer Hisayuki Sano, „die Preise stabilisieren.“ Bei dem Bemühen um Stabilität hat Sano allerdings auch mit anderen Händlern Schwierigkeiten, „die den Preis doch ziemlich heruntergehandelt haben“ (Sano). Denn die Photohändler richten sich bei den nicht preisgebundenen Japan-Kameras gern nach dem Prinzip: Die Masse muß es bringen.