Politik

Hilfreiche Fragen

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DIE ZEIT

Frischer Wind aus Amerika

Als John F. Kennedy 1960 auf dem Parteikonvent in Los Angeles die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten erhielt, bezweifelten viele Amerikaner, daß er die Wahl gewinnen könne: Noch nie hatte es in den Vereinigten Staaten einen katholischen Präsidenten gegeben.

Demagogen

Je näher die Bundestagswahl rückt, in der die mündigen Bürger entscheiden sollen, welche Partei sie für besser halten, desto mehr bemühen sich die Parteien, die Bürger durch Schlagworte zu entmündigen.

Abzug vom Nil

Haben die Sowjets ein diplomatisches El Alamein erlitten? Präsident Sadats abrupter Räumungsbefehl läßt zunächst keinen anderen Schluß zu: Die 15 000 sowjetischen Militärberater wurden des Landes verwiesen, sämtliche seit dem Sechstagekrieg auf ägyptischem Boden errichteten Militäranlagen dem eigenen Kommando unterstellt.

Schillers Brief

Nun hat man also gelesen, warum Karl Schiller aus dem Amt geschieden ist. Was bisher nur – freilich begründete – Vermutung war, ist Gewißheit geworden: Ausschlaggebend für den Rücktritt war nicht allein die Desavouierung in der Kabinettssitzung vom 29.

Sacharow II

In dieser Ausgabe veröffentlichen wir als erste Zeitung den vollständigen Wortlaut eines Memorandums, das der sowjetische Atomphysiker Andrej Sacharow im Frühjahr vorigen Jahres an den Generalsekretär Breschnjew geschickt und das er jetzt westlichen Korrespondenten in Moskau zugänglich gemacht hat, weil er über ein Jahr lang keine Antwort auf sein Schreiben erhielt.

Wachwechsel in Japan: Aus der Fischerhütte ins Premier-Palais

Der neue japanische Ministerpräsident Kakuei Tanaka paßt eigentlich gar nicht in die politische Landschaft Nippons. Er kommt nicht aus einer der mächtigen Familien, noch nicht einmal von der Tokyo Daigaku, jener Elite-Universität, deren Absolventen fast zwangsläufig in Führungspositionen katapultiert werden.

Unstillbare Lust am Untergang

Mit verschwitztem Gesicht, die Arme voll leerer Milchflaschen, saust das Schulmädchen aus der Haustür. Mutti schaut hinterdrein, eher stolz als mißbilligend.

Worte der Woche

* „Schiller ist ein blendender Solist. Hätte er es verstanden, auch einmal die ‚zweite Geige’ zu spielen, dann wäre er wohl heute noch Minister, und dieses eher menschliche Problem hat zur Regierungsumbildung geführt.

Andrej D. Sacharow

Andrej Sacharow – sowjetischer Kernphysiker, Mathematiker, Kosmologe – ist, seit im Jahre 1968 sein Memorandum „Gedanken über Fortschritt, friedliche Koexistenz und geistige Freiheit“ erschien, im Westen bekannt.

Nachwort zum Memorandum: Stimme von drinnen

Das Memorandum wurde am 5. März 1971 an den Generalsekretär des ZK der KPdSU gesandt. Es blieb ohne Antwort. Ich halte mich nicht für berechtigt, seine Veröffentlichung weiter aufzuschieben.

Trojanischer Rösselsprung

Was Karl Schiller nur mit Hilfe seiner Frau Etta gelang, die Position seiner eigenen Partei zu schwächen, das schaffte das Schachgenie Bobby Fischer im Alleingang.

Entwicklungshelfer: Anden-Chaos

Boliviens Verwaltung hat sich noch nie des Rufes unermüdlichen Pflichteifers und preußischer Ordnung erfreut. In dem umsturzfreudigen Andenstaat mag das Wort von der Rechten, die nicht weiß, was die Rechte tut, heute mehr denn je zutreffen.

Jugoslawien: Schrauben fest

Laufen Jugoslawiens politische Uhren wieder rückwärts? Es sieht ganz danach aus. Der serbische Innenminister weckt primitive Einkreisungsängste: Von allen Seiten sei das Land bedroht, von den Tschetnik-Royalisten, den Ustaschi-Faschisten, den albanischen Autonomisten und den Rankovic-Anhängern.

Währungskonferenz: Gesundbeten hilft nicht mehr

Die Spekulanten hatten, nach einer kurzen Denkpause schnell herausgefunden, daß die Londoner Währungskonferenz auch kein Kraut gegen die Flucht aus dem Dollar in die Mark und in den Schweizer Franken anzubieten hatte.

Libyen: Putsch in Zeitlupe

Fünfzehn Tage lang hatte die Welt nichts von Moamar el Gaddafi gehört. Als Radio Tripolis dann eine alte Tonbandrede von ihm abspielte, schien es klar: Der Vorsitzende des libyschen Revolutionsrates, Staatsoberhaupt, Ministerpräsident und Verteidigungsminister war gestürzt worden.

US-Innenpolitik: Warten auf Wunder

Die Welle der „neuen Politik“, die vom demokratischen Parteitag in Miami Beach aus das Land überschwemmen soll, hat Amerika noch nicht erfaßt.

Passagen mit Pop

In Frankfurt ist der Fußgänger seit der Nachkriegsentwicklung zu einer Stadt der Bosse und Banken nie so recht verwöhnt worden.

Hermann Lammert: Bummel-Oase

In Hamburg, der winddurchwehten Stadt Merkurs, kippte der Erfolg der bisher einzigen City-Fußgängerzone sowohl die Planet als auch den Senat aus der Fassung: Es tut sich Leben dort, wo Autos ausgesperrt seit nunmehr drei Jahren sind.

Flott und bunt

Nicht nur bei den alten Römern anzufangen, wäre bei einem Thema wie den Fußgängerzonen in Köln sittenwidrig.

Viel Lob

Selten zuvor haben die Münchner Stadtplaner so viel Lob und Zustimmung erhalten, wie für das autofreie Revier zwischen Stachus, Frauenkirche und Marienplatz.

Frühgeschichte der NSDAP: Die Diktatur der Kleinbürger

Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) nehmen der mißglückte Münchner Novemberputsch von 1923 – "der Marsch zur Feldherrnhalle" – und in kaum geringerem Maße der anschließende Hitler-Prozeß eine Schlüsselstellung ein.

Dokument der Woche:

„Ich habe... immer wieder betont, es gibt auch Grenzen der Belastbarkeit für einen Finanzminister. Er kann sich nicht unaufhörlich vertrösten lassen.

Hoheitsgewässer: Island bleibt hart

Spötter behaupteten, die Regierung von Island habe zwei Ereignisse mit Sinn für Publicity zeitlich glänzend zusammentreffen lassen: Das Turnier um die Schachweltmeisterschaft zwischen Fischer (USA) und Spasskij (Sowjetunion) und den Abbruch der dritten Verhandlungsrunde zwischen Island und Großbritannien um Fischereirechte Mitte voriger Woche.

Terror in Ulster hält an

In Nordirland geht der blutige Terror weiter. Nachdem die Oranien-Paraden wider Erwarten ohne Zwischenfälle verlaufen waren, setzten die Schießereien unmittelbar danach mit unverminderter Heftigkeit wieder ein.

Schröder in Peking: Chinas Interesse

Die Volksrepublik China ist offensichtlich daran interessiert, die Beziehungen zu der Bundesrepublik zu verbessern und bald mit den Gesprächen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu beginnen.

Namen der Woche:

Kozo Okamoto, der 24jährige japanische Terrorist, ist wegen seiner Beteiligung an dem Massaker auf dem Flughafen von Lod in allen vier Punkten der Anklage für schuldig befunden worden.

Truppenabbau: Moskaus Wünsche

Die Sowjetunion ist nicht bereit, militärische Fragen auf der für 1973 geplanten Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit zu behandeln.

Schlag gegen Anarchisten

Nicht nur in der Bundesrepublik hat die Polizei alle Hände voll zu tun, um kriminellen Anarchisten das Handwerk zu legen. Die Schweizer Polizei hat nach eigenen Angaben in der letzten Woche den Kern einer Anarchistengruppe zerschlagen, deren Mitglieder auch die Baader-Meinhof-Leute und Anarchisten in Westberlin mit Waffen und Munition beliefert haben.

Krisenherde der Woche

Die „Vereinigte Arabische Republik“ (VAR) hat innerhalb einer Woche zweimal für Schlagzeilen gesorgt. Meldungen arabischer Zeitungen besagten, daß Libyens starker Mann, Oberst Gaddafi, Mitte voriger Woche gestürzt worden sei.

EWG: Währungsdebatte

Die Reform des Währungssystems der westlichen Welt und der Ausbau der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer Wirtschafts- und Währungsunion standen bei der Konferenz zur Debatte, zu der am Montag und Dienstag die zehn Finanzminister der erweiterten Gemeinschaft in London zusammentrafen.

COMECON: Wichtiger Schritt

Auf der 26. Tagung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON), die Mitte voriger Woche in Moskau zu Ende ging, ist es der Sowjetunion gelungen, ihre Vorstellungen von größerer Integration gegen den Willen einzelner Staaten – etwa Rumänien – durchzusetzen.

Teure Sache

Die „sieben spartanischen Jahre bei Lietzau“, hat er kürzlich einem Interviewer bekannt, seien wohl daran schuld, wenn er heute so viel für die Oper arbeite.

Eine Diskussionsvariante

Richard Wagners „Tannhäuser“, sagt der Regisseur Götz Friedrich, sei für ihn „ein Stück, das von den widersprüchlichen Erfahrungen“ erzählt, die „ein Künstler sammelt, der sich selber finden will in der Widersprüchlichkeit der gesellschaftlichen und personellen Phänomene, denen er ausgesetzt ist“; ein Stück auch, in dem „ständig gefragt wird: Wie kann sich der Künstler, der frei sein will, verhalten, wenn er sich gleichzeitig dessen bewußt ist, daß er nur dann Künstler sein kann, wenn er mit anderen kommuniziert“.

Numerus clausus am Rande der Verfassung

Die Spannung, mit der das Urteil erwartet wurde, ist gelinder Überraschung gewichen: Am Dienstag mittag verkündete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe seine höchstrichterliche Entscheidung in Sachen Numerus clausus.

Kein Rebell

Vielleicht hat John Neumeier zuerst Baudelaire gelesen: „Tannhäuser bedeutet den Kampf zweier Prinzipien, die sich das menschliche Herz als Kampfplatz erwählten – Kampf zwischen Fleisch und Geist, Hölle und Himmel, Satan und Gott.

Argumente für und gegen: Autobahngebühren

Wer mit dem Auto durch Italien, Spanien, Frankreich oder über den Brenner fährt (von Amerika nicht zu reden), muß sich wohl oder übel damit abfinden, daß da Autostraßengebühren zu zahlen sind – zuweilen so viel, daß er für den gleichen Preis auch mit der Bahn hätte fahren können.

Filmtips

Im Fernsehen: „Schande“ (Schweden 1967), von Ingmar Bergman (ZDF 25. Juli), heißt, genauer übersetzt, „Scham“ und führt die zum animalischen Zweckverbund pervertierte Ehe eines Musikerpaares vor, das auf einer Insel vom Krieg eingeholt wird.

Kunstkalender

Plastische Extravaganz auf einem bemerkenswert soliden Fundament: noch im respektlosen Umgang mit dem kanonisierten Menschenbild spürt man die gute Kinderstube, die Herkunft aus der Akademie, das jahrelange Aktzeichnen, das Studium nach der Natur.

Die neue Schallplatte

Die Platte hält eine von mehreren möglichen Versionen eines Stückes fest, bei dem europäische Musiker – und hier sind es virtuose Spezialisten – eine Fülle von außereuropäischen Instrumenten zu spielen haben.

Sekundärliteratur: 14426 mal Thomas Mann

Im Jahre 1954 schrieb Thomas Mann dem Herausgeber von „Fifty Years of Thomas Mann Studies“ ins Vorwort: „Soll ich ihm für soviel monomanische Treulichkeit etwa nicht voller Erkenntlichkeit die Hand drücken – was immer ich denken möge von der Wichtigkeit seines Betreibens und von der Dankbarkeit, die Mit- und Nachwelt ihm dafür zollen werden? Die Nachwelt macht mir schon darum Zweifel, weil ich viel zuviel im Munde der Mitwelt war; weil diese sich viel zuviel den Mund über mich zerrissen und, fürchte ich, meinen Nachruhm schreibend und redend aufgezehrt hat.

Kritik in Kürze

„Die Erben von Penmarric“, Roman von Susan Howatch. Leidenschaftliche Familientragödien mit glühender Liebe und flammendem Haß sind heute fast undenkbar.

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