Die Sowjetunion ist nicht bereit, militärische Fragen auf der für 1973 geplanten Europäischen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit zu behandeln. Die Zeit sei noch nicht reif, einen Truppenabbau in Mitteleuropa zu diskutieren, wie der sowjetische Außenminister Gromyko in Brüssel erklärte. Gespräche über einen „ausgewogenen Truppenabbau“ (MBFR) sollten erst nach der Konferenz aufgenommen werden.

Zwei Tage später, am Wochenende, ließ die Kreml-Führung durch einen Zeitschriften-Artikel wissen, daß sie die von der NATO vorgeschlagene „ausgewogene Reduzierung“ – mit Rücksicht auf die ungleichen Entfernungen in den Blöcken – ablehne. Die dafür angeführten Gründe seien nicht stichhaltig. Moskau besteht auf einer „paritätischen Verringerung“, definierte diese unklare Formel allerdings nur mit dem Hinweis auf einen Satz des Communiques nach dem Brandt-Besuch in Oreanda. Die darin verwendete Formel, eine militärische Kräfteverringerung müsse „ohne Nachteile für die Beteiligten“ geschehen, stelle eine „Grundbedingung“ dar.