Von Wolfram Siebeck

Der ADAC, Deutschlands größter Verein, hat in einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister darauf hingewiesen, welche Gefahren für den Automobilisten die Telegraphenmasten, Kilometersteine und Leitplanken an den Straßenrändern darstellen. Schon vor Jahren sorgte der verdienstvolle Automobilklub dafür, daß die gefährlichen Bäume von den Straßenrändern verschwanden. Was die Ulmenpest nicht schaffte, der Bodenspekulation versagt blieb und die Luftverschmutzung nicht vermochte – dank des unermüdlichen Einsatzes für die Interessen der Autokäufer gelang es dem ADAC, unsere Straßenränder baumfrei zu machen.

Dank, ADAC, Dank!

Angesichts dieser großartigen Verdienste mag es unbescheiden klingen, wenn wir darauf hinweisen, daß mit der Beseitigung der Bäume, Telegraphenmasten, Kilometersteine und so weiter die Straßenränder immer noch nicht ganz problemlos sind. Denn leider Gottes gibt es dort immer noch massive und harte Objekte, die im Interesse einer optimalen Verkehrssicherheit nicht länger zu verantworten sind. Wir meinen die Häuser.

Wer mit offenen Augen durch die Bundesrepublik fährt, wird feststellen, daß, besonders in den Städten, zahlreiche Gebäude aus Stein oder Beton die Straßen säumen. Ein Aufprall auf diese kann, sogar bei eingehaltener Geschwindigkeitsbegrenzung, für das ADAC-Klubmitglied die schwerwiegendsten Folgen haben. Gewiß sind die unermüdlichen Helfer vom ADAC-Straßendienst sofort zur Stelle, sicher hilft auch hier der ADAC-Schutzbrief, zumal wenn die Häuser im Ausland stehen, und wahrscheinlich ist das Klubmitglied mit ADAC-Gurten angeschnallt und zusätzlich ADAC-krankenversichert. Doch sind die Häuser unverantwortlicherweise so konstruiert, daß ein Aufprall sogar den Tod eines der über vier Millionen beitragspflichtigen Klubmitglieder herbeiführen kann. Wir fordern deshalb energisch: Weg mit den Häusern!

Aber nicht nur Stein und Beton können den Kraftfahrer gefährden, wenn sie aufrecht am Straßenrand herumstehen anstatt vernünftigerweise waagerecht in Straßenform dazuliegen, auch gewisse weiche, nachgiebige Objekte stellen eine große Gefahr für Karosserie und Klubmitglied dar, wenn sie von einem Fahrzeug mit flotter Geschwindigkeit getroffen werden. Es ist hier die Rede von den Fußgängern.

Wer mit offenen Augen durch die Bundesrepublik fährt, wird feststellen, daß immer noch zahlreiche Fußgänger die Straßenränder bevölkern. Zwar wird der konzentrierte Autofahrer, wenn er von der Bahn abkommt, auch hier den Rat seines Automobilklubs beherzigen: Beide Hände fest am Lenkrad und keine riskanten Ausweichmanöver! Aber so mancher verreißt in der Schrecksekunde die Lenkung und prallt gegen eine ADAC-Notrufsäule oder landet in einer ADAC-Informationsstelle! Wir fordern deshalb energisch: Weg mit den Fußgängern – sofern sie nicht im Straßenbau beschäftigt sind.