Nicht nur in der Bundesrepublik hat die Polizei alle Hände voll zu tun, um kriminellen Anarchisten das Handwerk zu legen. Die Schweizer Polizei hat nach eigenen Angaben in der letzten Woche den Kern einer Anarchistengruppe zerschlagen, deren Mitglieder auch die Baader-Meinhof-Leute und Anarchisten in Westberlin mit Waffen und Munition beliefert haben.

Neun Mitglieder der Anarchistengruppe „Bändlistraße“ sind bereits in Haft. Insgesamt sucht die Polizei 41 Personen, denen Sprengstoffdelikte, unerlaubte Waffenausfuhr, Mordversuch, Raubversuch, rechtswidrige Vereinigung, Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung, Einbruch und Diebstahl vorgeworfen werden.

Weniger konkret sind die Beschuldigungen der griechischen Regierung gegen zwölf festgenommene „Terroristen“. Unter ihnen befinden sich vier deutsche Studenten, die im Auftrag der „Widerstandsbewegung 20. Oktober“ nach Griechenland gekommen sein sollen. Zu Straftaten hatten sie wohl kaum Gelegenheit, denn sie wurden einen Tag nach ihrer Einreise festgenommen. Dem Regierungskommuniqué zufolge plant die Widerstandsbewegung den Sturz des griechischen Regimes durch Bombenattentate, Entführungen, Mordanschläge und andere terroristische Aktivitäten.

Die Vorfälle in Zürich und Athen scheinen zu belegen, was die New York Times vom US-Nachrichtendienst erfahren haben will. Der CIA hat danach Anhaltspunkte dafür, daß sich Terroristengruppen aus aller Welt zu einer Organisation zusammengeschlossen haben. Genannt werden mehrere linksextreme Gruppen, die in Zürich seit dem letzten Jahr angeblich ein Kontaktbüro unterhalten, unter ihnen die japanische „Rote Armee“, die uruguayischen Tupamaros, die Volksfront zur Befreiung Palästinas, die Irische Republikanische Armee und andere Vereinigungen.

Auch in Deutschland gab es nach. Vermutungen der Polizei wieder anarchistische Anschläge. In der Nacht zum Samstag vergangener Woche zündeten in vier großen Kaufhäusern Hamburgs Brandsätze, die wahrscheinlich von denselben Tätern stammen. Den Sachschaden bezifferten die Kaufhäuser mit einer Million Mark.