Seit Anfang der vergangenen Woche tagen Direktoren und Delegationen von rund zwanzig Fluggesellschaften in Montreux. Auf der Konferenz soll entschieden werden, welche Kartellpreise für Linienflüge auf den Nordatlantikrouten (Europa–Nordamerika) ab 1. April nächsten Jahres gelten sollen. Auch diese Konferenz wird wieder die Unfähigkeit der Luftbosse zeigen, auf der Basis rein ökonomischer Fakten ein gemeinsames Preissystem zu konstruieren. Wieder wartet fast jede Gesellschaft mit anderen Vorschlägen auf.

Knut Hammarskjöld, der geschäftsführende Direktor der internationalen Luftvereinigung (IATA) hat die Konferenzteilnehmer vor einer Neuauflage der monatelangen Streitereien gewarnt: „Wenn ihr nicht einig werdet, dann werden die Regierungen der betroffenen Länder euch eine Lösung aufzwingen.“ Ein staatliches Preisdiktat in der Luft wäre gewiß nicht schlechter als die traditionellen faulen Kompromisse der Fluggesellschaften – den Flug in die Gewinnzone könnten aber auch sie nicht garantieren.

Denn so wie die Fluggesellschaften heute die von ihnen selbst ausgehandelten Preise unterlaufen, so werden sie auch die staatlichen Preise mißachten. So warf Hammarskjöld den Luftmanagern vor, daß sie 1971 durch illegale Rabatte mehrere hundert Millionen Dollar an Einnahmen verloren hätten. Mißmanagement in dieser Größenordnung beweist einmal mehr, daß die Finanzmisere über dem Nordatlantik von den Fluggesellschaften selbst verschuldet ist. rod