Auf der 26. Tagung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON), die Mitte voriger Woche in Moskau zu Ende ging, ist es der Sowjetunion gelungen, ihre Vorstellungen von größerer Integration gegen den Willen einzelner Staaten – etwa Rumänien – durchzusetzen. Die Teilnehmer beschlossen – nach einer Standpauke des sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin gegen engstirnige nationale Gesichtspunkte –, die Wirtschaftspläne der Mitglieder von 1976 bis 1980 zu koordinieren, die wirtschaftliche Leistung binnen zehn Jahren um das Doppelte zu steigern und eine gegenseitige Abstimmung der Wirtschaftsplanung bis 1990 festzulegen.

Unter den zahlreichen Abkommen über die Zusammenarbeit auf technischwissenschaftlichen Gebieten (18) und die Errichtung von Koordinierungszentren (23) fiel besonders der Ausbau des gegenseitigen Energieaustausches auf.

Ziel der Moskauer Beschlüsse war offenbar, die wirtschaftliche „Blockbildung“ in sowjetischem Interesse zu beschleunigen. Jugoslawien hat durch seinen Beschluß, enger mit dem COMECON zusammenzuarbeiten, seinen Willen zu engerer Kooperation unter Beweis gestellt. Überrascht hat die Aufnahme Kubas in den Rat: Moskau dürfte dabei eine bessere Verteilung der finanziellen Lasten im Auge gehabt haben.