Die erste Hälfte dieses Jahres war für die meisten Aktienbesitzer erfreulich. Nur wenige Börsenplätze enttäuschten. Um so bitterer ist es, wenn einzelne in der Bundesrepublik beheimatete Fonds dennoch Wertverluste je Anteil erlitten haben. In dieser Hinsicht steht an der Spitze unserer Tabelle der von der Germania-Finanzgruppe verwaltete Analytik-Fonds mit einem Minus von 10,7 Prozent. Als peinlich muß auch die Leistung des zum Frankfurt-Trust gehörenden Amerika-Dynamik-Fonds bezeichnet werden, dessen Anteilseigner in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 9,1 Prozent ärmer geworden sind. Ebenfalls mit Verlusten warteten auf: Akkumula und Interspezial.

Nun sind diese Mißerfolge keineswegs ein Zufall, denn alle diese „Verlust“ fonds hatten auch schon 1971 mit einem Minus abgeschnitten, obwohl man in der Theorie davon ausgehen sollte, daß international investierende Fonds wegen ihrer größeren Anlagemöglichkeiten besser abschneiden müßten als Fonds, denen nur ein nationaler Markt offensteht.

Natürlich kann der Vorteil internationaler Fonds erst in großen Vergleichszeiträumen in Erscheinung treten. Ein oder zwei Jahre reichen für eine Beurteilung nicht aus. Das ist aber für die eingangs erwähnten Fonds keine Entschuldigung. Denn die Mehrzahl der international investierenden deutschen Fonds hat im ersten Halbjahr 1972 ein Plus erzielt. Es scheint, daß etliche deutsche Fondsmanager nicht über das Format verfügen, um auf dem internationalen Börsenklavier mit Erfolg spielen zu können. Im übrigen wird wieder einmal bestätigt, daß hohe Spesensätze (wie bei Analytik, Amerika-Dynamik und Interspezial) keineswegs auch überdurchschnittliche Anlageerfolge garantieren.

Spitzengewinner des ersten Halbjahres war der Japan-Spezialfonds Nippon Dynamik mit einem Wertanstieg von 24,1 Prozent. Er profitierte von der ungewöhnlichen Hausse japanischer Aktien. An zweiter Stelle (mit einem Plus von 19,2 Prozent) liegt der Spezialfonds Adiverba, der bis vor kurzem ausschließlich in Bank- und Versicherungsaktien anlegte, jetzt aber die Palette seiner Anlagemöglichkeiten erweitert und sich auch in Kaufhausaktien engagiert hat, was ihm offensichtlich gut bekommen ist. K. W.