In einem Kommuniqué aus dem Hauptquartier in Aranno (Tessin) gab der Kommandant der Festung, Etta Schiller, bekannt, daß der Entscheidungsprozeß über die zukünftigen Absichten General Schillers noch nicht abgeschlossen ist. Damit wurden Erwägungen begründet, das Hauptquartier feindsicherer zu verlegen.

Wir bringen hier Auszüge aus dem Tagebuch des Festungskommandanten. Es trägt den Vermerk: "Streng geheim – nach Veröffentlichung sofort verbrennen."

Montag: Wir haben entschieden, daß Karl das Angebot aus Köln nicht annimmt. Ich darf nicht vergessen, das Karl mitzuteilen, sonst liest er es wieder in der "Welt" und wird unwirsch.

Dienstag: Noch kein Wort aus der Baracke. Die werden doch wohl nicht alle Urlaub machen – meinetwegen?

Mittwoch: Karl möchte gern wissen, wie es um den Entscheidungsprozeß steht.

Donnerstag: Drei weitere Interview-Versuche erfolgreich abgeschlagen.

Donnerstag: Man darf ihn nicht aus den Augen lassen. Ertappte ihn, dabei, wie er heimlich mit dem Scheel telephonieren wollte. Dabei ist meine Idee mit der FDP, die ihn dann der SPD als Wirtschaftsminister präsentiert, gar nicht übel.

Freitag: Strauß ist wirklich rührend zu uns. Schon wieder diese herrlichen Teerosen. Daran könnte sich Barzel mal ein Beispiel nehmen!

Samstag: Mußte wieder einen dieser Schnüffler aus dem Eisschrank holen.

Montag: CDU oder AEG, das ist jetzt die Frage.

Dienstag: Diktierte Karl unseren dritten Brief an Brandt. War auch höchste Zeit. Schließlich können diese netten Leute von der "Quick" nicht dauernd ihren Umbruch verschieben.

Mittwoch: Nachdem die CSU Karls Brief an Brandt als "erschütterndes Dokument" bezeichnete, ließen wir uns den Film von der Versammlung kommen, wo er vorgelesen wurde. Süß, wie Stücklen fassungslos den Kopf sinken läßt, wie sich Dollinger vor Schluchzen schüttelt; bewegend der leere Blick aus Jägers Augen. Und wie sie dann alle das schöne Lied singen: "Schiller, unser bester Mann." Nur einer grinst: Höcherl.

Mittwoch: Den ganzen Tag nicht ans Telephon gegangen. Kühn kann warten. Und wenn es Katzer ist? fragt Karl. Der auch, gebe ich zur Antwort. Ein dankbarer Blick aus Karls Augen.