Wer es lange genug und hartnäckig versucht, schafft mit Sicherheit den Weg ins Gefängnis. Fünf Londoner Docker haben den Ausstand drei Monate lang geprobt, und heute ist ihnen die Märtyrer-Krone der britischen Arbeitergewerkschaft gewiß. Von der Sympathie-Streikwelle, die noch immer in einen Generalstreik ausarten kann, werden die Gewerkschafts-Geschichtsbücher noch lange künden.

Emotionell-komisch wie die Sprache ist der Hintergrund des Konflikts. Die Docker verlieren wegen der Container-Revolution ihre Jobs und kämpfen nun um die Arbeitsplätze ihrer Transportarbeiterkollegen in modernen Lagerhäusern, weit weg von den Häfen. Eine Kommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat inzwischen vorgeschlagen, arbeitslose Docker mit Abfindungssummen von rund 35 000 DM von den Docks „wegzulocken“. Ihre Pläne werden von allen Beteiligten akzeptiert, und es scheint möglich, daß der heute so bittere Dockerkonflikt mit einigen Regierungs-Millionen schnell gelöst werden könnte.

Doch das grundsätzliche Problem bleibt. Die fünf Docker stehen für den Widerstand der militanten Gewerkschaften gegen Arbeitsgesetz und Arbeitsrecht, die ihre „wilden“ Aktivitäten regeln sollten. Immerhin zeigt gerade die gegenwärtige Krise, wie bitter nötig diese Regeln wären. fcw