Die 151. Sitzung der Pariser Vietnam-Friedensgespräche brachte am Donnerstag voriger Woche keinen Fortschritt. Dagegen scheint es bei der 14. geheimen Besprechung zwischen Sicherheitsberater Henry Kissinger und den nordvietnamesischen Unterhändlern Le Duc Tho und Xuan Yhuy gewisse, wenn auch minimale Erfolge gegeben zu haben. Diese Treffen sollen fortgesetzt werden; Washington wollte sich nicht zu der Vermutung äußern, Hanoi sei jetzt bereit, die militärische Lösung von den Friedensgesprächen zu trennen. Offiziell beharrt Nordvietnam auf der Forderung nach gleichzeitigen militärischen und politischen Absprachen. Washington und Saigon drängen auf einen baldigen Waffenstillstand.

Südvietnams Außenminister, Tran Van Lam, erklärte unter nachdrücklichem Hinweis auf die deutsche und koreanische Entwicklung, eine Phase der Koexistenz bei gegenseitigem Gewaltverzicht sei jetzt „realistisch und weise“.

Die neue Saigoner Offensive im Norden des Landes ist nach anfänglichen Erfolgen – besonders an der wichtigen Straße Nr. 1 – vor Quang Tri festgelaufen. US-Flugzeuge setzten verstärkt die Bombardierung Nordvietnams fort. Dabei sollen sie, wie Hanoi anklagte, bewußt und gezielt Deiche und Dämme zerstört haben – Vorwürfe, die auch UN-Generalsekretär Waldheim aufgriff.