Von Dev Murarka

Moskau, im Juli

Wenn man nach den Kommentaren Moskaus geht, ist die Entlassung der sowjetischen Militärberater durch Ägypten nur ein weiterer Schritt in den sich verbessernden Beziehungen der beiden Länder. Die Sowjetunion hat zwar mit entschlossener Mäßigung reagiert, aber man ist sich in Moskau doch schmerzhaft dessen bewußt, was da im Nahen Osten auf dem Spiele steht. Hinter der Fassade gärte der Ärger über die Art, wie versucht wurde, die Sowjetunion zu demütigen.

Die russische Führung ist dabei, ihre Möglichkeiten im Nahen Osten neu zu überdenken. Denn Moskau hat eine Schlappe erlitten, die ernste Folgen haben kann. Die ägyptisch-sowjetischen Beziehungen haben sich von Grund auf verändert. Ob sie sich noch weiter Verschlechtern, hängt jedoch mehr von der innenpolitischen Entwicklung in Kairo als von sowjetischen Reaktionen ab. Nur eines steht fest: Ägypten ist nicht mehr der Eckpfeiler der russischen Nahostpolitik.

Was Sadat jetzt tat, hat nur die schlimmsten Befürchtungen der Russen über seine Absichten und seine Verläßlichkeit bestätigt. Auch wenn Moskau zugibt, daß Sadat handelte, um seine Generale zu besänftigen, die lieber selber den Finger am Drücker haben wollen, so gibt man hier doch zu verstehen, daß selbst dies Sadat nicht helfen wird, – seine Stellung zu festigen.