Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden. Johann Wolfgang von Goethe

Gestohlen

Aus der Worpsweder Kunsthalle, in der zur Zeit aus Anlaß seines 100. Geburtstages eine Heinrich-Vogeler-Ausstellung stattfindet, wurde ein Selbstbildnis des 24jährigen Künstlers entwendet. Das kleine Blatt (Gouache auf Papier, 49 x 20 cm, Jann van Moor signiert) möge dem Dieb all die Freude nicht bereiten, die er mit seiner Tat den Besuchern gestohlen hat.

CSU-Mann wittert Bomben

Dr. Erich Riedl von der CSU war seiner Sache ganz sicher: „Die Leute schreiben auch Bombenanleitungen für die Baader-Meinhof-Gruppe!“ Er sagte das in einer Sendung im Dritten Bayerischen Fernsehprogramm über Olympia-Bücher und meinte damit drei Autoren des Hanser-Verlages: Ulrike Prokop („Soziologie der Olympischen Spiele“) sowie Hans Horst Henschen und Reinhard Wetter („Anti-Olympia“). Riedls Diskussionspartner wollten dagegen protestieren, aber er blieb dabei: „Das werden’s schon sehen.“ Nun wird er es erst mal sehen: Der Hanser-Verlag, dem gegenüber das CSU-MdB sich ebenfalls weigert, seine Äußerung zurückzunehmen, will es wegen der Diffamierung seiner Autoren gerichtlich belangen.

Rekorde von nebenan

Im Goethehaus am Frauenplan zu Weimar wurde der zehnmillionste Besucher seit der 1954 erfolgten Gründung der „Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten“ (von denen alle Weimarer Prominenten-Stätten betreut und verwaltet werden) registriert. Rund 200 000 ausländische Besucher jährlich zählte man im Goethe-Stadthaus. Wie viele (oder besser; wie wenige) Besucher aus der Bundesrepublik kamen, wurde leider nicht mitgeteilt. Im Hause des Erfinders der „Weltliteratur“ sind deutsche Ausländer nicht willkommen.