Noch vor wenigen Wochen ließ die französische Luftverkehrsgesellschaft Air France verkünden, daß mit einer Entscheidung für den Kauf von "drei oder fünf" Concorde-Überschalljets vielleicht im September gerechnet werden könne. Durch den Regierungswechsel in Paris waren die Kreditverhandlungen zwischen den Managern der Air France und der Regierung ins Stocken geraten.

Zum Wochenende hatte man es sich anders überlegt: Air France meldete, daß man vier Corcordes bestellt habe, von denen eine einschließlich der Ersatzteile allein rund 150 Millionen Mark kostet. Gemeinsam mit Air France legte sich auch die englische BOAC auf den teuren Vogel fest: Sie orderten fünf Concordes für ihre Luftflotte.

Einige Tage vor der Air France-Entscheidung überraschte eine andere Meldung aus Paris: Nach monatelangen Verhandlungen waren sich Chinesen und Franzosen über die Bestellung von zwei der superschnellen Jets handelseinig geworden: Ende 1976, spätestens Anfang 1977, sollen die Supervögel nach Peking geliefert werden.

Maos Abgesandte, die erst vor ein paar Wochen zehn viermotorige Fracht- und Passagiermaschinen vom Typ Boeing 707 bestellt hatten, hoffen aber im stillen, daß sie ihre Concorde noch früher bekommen.

Einige Liniengesellschaften des Westens sind nämlich von den Leistungen der französisch-britischen Entwicklung nicht überzeugt. So bestellte die Air Canada kurzerhand vier vorgemerkte Jets wieder ab. Bei der Lufthansa heißt es, daß man vorläufig an dem Überschall-Jet nicht interessiert sei. Freilich haben die Kölner ihre drei Optionen deshalb noch nicht aufgegeben. Insgesamt haben damit 17 Gesellschaften 75 Optionen und Bestellungen abgegeben. kde.