Immer mehr Städte und Gemeinden gehen dazu über, mit kommunalen Wohnungsvermittlungsstellen den privaten Maklern Konkurrenz zu machen. Gegen diese Praxis, bei der Wohnungssuchende die zum Teil sehr hohen Maklergebühren einsparen, hat der Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Bedenken erhoben.

  • Welche Interessen hat Ihr Verband daran, daß die Mieter zunächst einmal kräftig vom Makler gebeutelt werden, ehe sie in eine neue Wohnung einziehen können?

Häusler: Um eines klar zu sagen, die Konkurrenz, die den Maklern durch die kommunale Wohnungsvermittlung entsteht, interessiert den Vermieter und unsere Organisation nicht im geringsten. Ebenso liegt uns nicht daran, den Mietern zusätzliche Kosten zu machen. Im Gegenteil, darum werden ja auch 90 Prozent der freigewordenen Wohnungen jeweils unmittelbar vom Vermieter an den Interessenten vermietet. Das ist nur weithin unbekannt.

  • Aber die Wohnungsangebote im Anzeigenteil der Zeitungen stammen überwiegend von Maklern. Spricht das nicht eher für das Gegenteil?

Häusler: Die Anzeigen sind nicht geeignet, dies zu beurteilen. Denn dort sind naturgemäß die Angebote der Makler vertreten. Es ist erwiesen, daß überwiegend die Wohnungen schon vermietet sind, ehe sie frei geworden sind. Wer als Vermieter eine Wohnung zu vermieten hat, hat meistens schon einen Interessenten an der Hand.

  • Könnte aber nicht die kommunale Wohnungsvermittlung dazu beitragen, daß viele unseriöse Erscheinungen im Bereich der privaten Wohnungsvermittlung eingeschränkt werden?

Häusler: Daß es solche Erscheinungen gibt, mag zum Teil richtig sein. Aber es ist ebenso nicht zu verkennen, daß im Maklerrecht gesetzliche Regelungen ergangen sind, um Mißstände weitgehend auszuschließen.