Ein Arbeitgeber kann frei darüber entscheiden, welche Leistungen und Eigenschaften des Arbeitnehmers er im Zeugnis mehr hervorheben will als andere. Eingeschränkt wird das freie Ermessen des Chefs nur insofern, als er nichts Falsches hineinschreiben und auch nichts von dem verschweigen darf, was Einstellungsbüros in einem Zeugnis erwarten.

Diese Richtlinien unterstrich das Bundesarbeitsgericht. Eine Angestellte war mit ihrem Zeugnis nicht zufrieden. Sie vermißte einen Vermerk, daß sie sich stets einwandfrei verhalten hatte.

Gerade das wollten ihr die Vorgesetzten jedoch nicht bescheinigen. Sie erklärten vor Gericht, die Frau habe eher zur Vergiftung des Betriebsklimas beigetragen. So konnte auch das Bundesarbeitsgericht der Angestellten nicht helfen. Sein Spruch: Niemand werde im Zeugnis nach einem entsprechenden Vermerk suchen. Deswegen komme auch kein Personalchef auf den Gedanken, sie habe sich unkollegial verhalten. (Az.: 2 AZR 250/70)