Das Goldfieber hat die Aktien der Goldbergwerke erfaßt. An der Londoner Börse, dem Hauptumschlagplatz für Goldminenaktien, stieg der Index in den letzten neun Monaten um rund 130 Prozent und erreichte in der vergangenen Woche einen neuen Höchststand, nachdem er erst im Herbst vergangenen Jahres auf einem historischen Tiefpunkt angelangt war. Der Grund für den raketenhaften Aufstieg aus der Talsohle ist der extreme Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr.

Steigt der Goldpreis, so verbessern sich die Gewinne der Minengesellschaften überproportional. Da die Lebensdauer einer Goldmine begrenzt ist und ihr Wert durch den ständigen Abbau des Erzes abnimmt, bestimmen andere Faktoren den Kurs der Goldminenaktien als etwa den der Aktien von Industrieunternehmen. Die wichtigsten dieser Faktoren sind:

  • der Goldpreis,
  • der Goldgehalt des Erzes,

• die Goldreserven der Mine,

• die Abraumgeschwindigkeit.

Aus der Goldmenge, die gewonnen werden kann, und dem Preis, der dafür zu erzielen ist, läßt sich der Erlös ermitteln. Bleibt nach Abzug der Erschließungs- und Produktionskosten ein Überschuß, der für die Amortisation des eingesetzten Kapitals ausreicht und überdies eine angemessene kalkulatorische Verzinsung erbringt, gilt die Aktie als empfehlenswert.

Junge Minen mit reichhaltigen Erzlagern bieten die größten Kurschancen. Zu ihnen gehören die kanadischen Gesellschaften Campbell Red Lake Mines Ltd und die Parmour Porcupine Mines Ltd, sowie die südafrikanischen Gesellschaften Kloof, West Driefontein und Val Reefs. Die Aktien von alten Bergwerksgesellschaften eignen sich höchstens zur kurzfristigen Spekulation, falls die Erlöse aus dem Verkauf der Anlagen (Maschinen und anderen Einrichtungen) eine entsprechende Rendite erwarten lassen. Ist das Erz abgebaut, ist die Aktie normalerweise wertlos. Die Gesellschaft, falls sie nicht über mehrere Minen verfügt, hört auf zu existieren.