Druck auf Sacharow

Die UdSSR ist nach wie vor sehr mißtrauisch, wenn jemand die Menschenrechte im eigenen Land verteidigen will. Druck übt man deshalb auf das von dem Physiker Andrej Sacharow gegründete Komitee für Menschenrechte aus. Anfang Juli verhörte ein hoher Offizier des Geheimdienstes Valerj Chalidse, einen Mitarbeiter und Vertrauten Sacharows. Der Vorwurf gegen die aus vier Leuten bestehende Gruppe: antisowjetische Propaganda. Es steht zu befürchten, daß die Sowjetführung, die sich einstweilen noch nicht an den berühmten "Vater der Wasserstoffbombe" herantraut, zunächst einmal dessen weniger renommierte Kollegen und Mitstreiter gefügig machen will, um später auch Sacharow selbst mundtot zu machen.

Völkermord

In Burundi geschieht Genozid unter Ausschluß der Weltöffentlichkeit – so lautete die Anklage von Besuchern der ostafrikanischen Republik. Eine Sondermission der Vereinten Nationen durfte vor kurzem das Land bereisen. Sie brachte erschreckende Zahlen mit: Die Stammesfehden zwischen den Bahutus und den Watussis haben seit April 80 000 Menschen das Leben gekostet; eine halbe Million Menschen bedarf dringend humanitärer Hilfe. Die britische Times jedoch bezweifelt die Korrektheit der Angaben. Sie schätzt die Zahl der Toten auf 100 000 bis 200 000. Gewährsleute der Zeitung berichteten, daß der Völkermord im Land weitergehe und täglich Hunderte von Menschen ermordet würden.

Einigende Stärke

Auf Sambia kommt langsam, aber sicher eine Einparteienverfassung zu. Präsident Kaunda glaubt, die Probleme des Landes nur meistern zu können, wenn alle politischen Kräfte des Landes an einem Strang ziehen. Als er kürzlich die Festnahme von fünf Spionen bekanntgab, die, so Kaunda, von Rhodesien, Südafrika und Portugal bezahlt worden waren, um Sambia zu zerstören, erklärte er, man könne gegen die von Weißen regierten Länder nur bestehen, wenn man das Land in einen Einparteienstaat umwandle.

Verhängnisvolle Folgen