Hansen, der sich vor Drucklegung mit seinen Rechtsanwälten beraten haben will und von ihnen die juristische Unbedenklichkeit bestätigt bekommen habe, brachte den vorgeblichen Genossen sogar zur Streichung "noch viel schlimmerer" Passagen und zur Kürzung des Textes um gut die Hälfte. So erfährt man nichts über angebliche Geldspenden oder heimliche Gespräche führender SPD-Politiker über Extremisten.

Skrupel gegen die Veröffentlichung hatte Hansen nicht, zum einen "weil ich die Akten alle gesehen habe", zum anderen: "Ich bin nicht der Autor." Prozessen sieht er mit Gelassenheit entgegen. Wahrscheinlich wäre er nicht böse, wenn es welche gäbe, denn Verkaufserfolge braucht sein Verlag, der von seinen sonst seriösen Büchern (Politologie, wissenschaftliche Literatur) wahrscheinlich nur geringe Rentabilität zu erwarten hat. Den Verdacht, ein "rechter" Verlag zu sein, weist Hansen zurück, was er mit NPD-feindlichen Büchern belegen kann. Das Verlagskriterium ist wohl der "Erfolg" solcher Werke wie dieses Reports.

Es hat indessen den Anschein, als wollten die Betroffenen zum Erfolg nicht so recht beisteuern. Das Bundeskriminalamt sucht zwar den etwaigen Verräter in eigenen Reihen, aber der Vorgesetzte Genscher scheut eine spektakuläre Aktion, etwa die Indizierung des Buches, die Verhinderung seiner Auslieferung. Klagen wegen Beleidigung oder Verleumdung hätten wohl eine Basis; aber es ist fraglich, ob der Bundespräsident oder der Bundeskanzler einen so schmutzigen Clinch ohne Schaden für ihre Ämter wagen können. Gegen politische Pornographie gibt es kaum Notwehr.

Das ahnt auch Hansen. Er verabschiedet seinen Besucher mit "auf Wiedersehen im Herbst". Dann explodieren anscheinend noch weitere Bomben dieser Art.