Einen. Boom in allem, was überhaupt mit "dem Spiel" zu tun hat, registrierte das amerikanische Magazin U. S. News & World Report. Seit US-Großmeister Bobby Fischer mit dem sowjetischen Schach-Weltmeister Boris Spassky um den Titel und die Börse von 250 000 Dollar kämpft, haben die US-Bürger den Sport am schwarz-weißen Brett entdeckt.

Schach-Spiele, -Lehrbücher und -Uhren werden verkauft wie nie zuvor. Und der US-Schach-Verband registriert steigende Mitgliedzahlen.

Das Meister-Match hat auch in der Bundesrepublik einen "Bretter-Boom" entfacht. Vor allem Papierfachgeschäfte und Buchhandlungen spüren eine "absolut stärkere Nachfrage". Der neu entdeckte Sport muß nicht teuer sein: ein Reiseschachspiel gibt es schon für sieben Mark. Kunstbeflissene Liebhaber können aber auch über 1000 Mark zahlen, wenn sie Figuren aus Elfenbein, Holz, Schwedenglas, Kristall oder Edelmetall wünschen.

Ein Juwelier in Reykjavik, so wußte der Hamburger Schach-Spezialhändler und Island-Besucher, Kurt Rattmann, zu berichten, fordert für sein hochkarätiges Spiel gar 1000 Dollar. Der sonst geschäftstüchtige Fischer lehnte eine 10-Dollar-Beteiligung pro verkauften Schach-Set, für die er die Gebrauchsanweisung signieren sollte, allerdings ab: Ihm gefiel die Kostbarkeit nicht. gf