Mit 88 gegen zwei Stimmen hat der amerikanische Senat das SALT-Teilabkommen ratifiziert, das eine Beschränkung der Raketenabwehrsysteme (ABM) auf zwei Schutzgürtel mit je 100 Abschußrampen vorsieht. Präsident Nixon und Parteichef Breschnjew hatten diese Übereinkunft am 26. Mai in Moskau unterzeichnet.

Der zweite Teil der Moskauer Vereinbarung, ein auf fürf Jahre befristetes Interim-Abkommen, das Höchstzahlen für Raketen und raketentragende Atom-U-Boote vorschreibt, ist dagegen im Senat und im Repräsentantenhaus umstritten. Beide Häuser müssen diese Vereinbarung mit einfacher Mehrheit gutheißen.

Die USA haben sich die Möglichkeit vorbehalten, den ABM-Vertrag aufzukündigen, wenn innerhalb von fünf Jahren kein vollständiger Vertrag über die Begrenzung der offensiven Raketenrüstung zustande kommen sollte. Die Senatoren Jackson und Scott brachten mit; Rückendeckung des Weißen Hauses einen Entschließungsantrag ein, der Moskau vor einer Verstärkung der Offensivkraft durch technische Verbesserung warnen soll. Auf der anderen Seite will Washington nach Berichten der New York Times selbst diesen Weg gehen. Im Gespräch ist die Entwicklung (wenn auch vorerst nicht die Produktion) größerer und zielsicherer Raketen-Sprengköpfe mit größerer Manövrierfähigkeit gegen feindliche Abwehr- und Raketengeschosse für Flüge in der Atmosphäre.