Trotz der täglichen Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft zeichnete sich am Dienstag noch kein Ende im Streik der britischen Hafenarbeiter ab. In der "Kardinalfrage" einer Arbeitsplatz-Garantie, so hieß es schon am Wochenende, sei man kaum vorangekommen.

Inzwischen hat sich die Versorgungslage verschlimmert. Besonders hart betroffen sind die Orkrey- und Shetland-Inseln. Auf den Kanal-Inseln mußten 4000 Tonnen Tomaten vernichtet werden; in England sind die Futtermittel so knapp geworden, daß Notschlachtungen unvermeidlich werden,

Gerade diese Futtermittel-Knappheit hatte die Regierung bewogen, sich früher als angekündigt schon am Donnerstag voriger Woche Notstandsrechte vom Unterhaus bewilligen zu lassen.

Erfolgreicher operierte die konservative Regierung in Nordirland. Die Besetzung der durch Barrikaden abgetrennten katholischen Stadtteile hat nicht zu dem befürchteten Gegenschlag der IRA geführt, obschon es immer wieder zu Anschlägen kommt. Am Montagabend starb der 500. Mensch seit Ausbruch der Unruhen vor drei Jahren.

Politisch scheint Nordirland-Minister Whitelaw ein Durchbruch gelungen zu sein. Am Mittwoch voriger Woche ließ er 14 Mitglieder der "offiziellen" IRA auf freien Fuß setzen und honorierte damit deren Entschluß, den Waffenstillstand weiter einzuhalten. Am Donnerstag gab er zur Freude der Protestanten bekannt, die Bevölkerung Ulsters werde per Volksentscheid selbst über ihr Schicksal entscheiden können. Sein größter Erfolg waren zu Beginn der Woche Gespräche mit der nordirischen Sozialdemokratischen und Labour-Partei. Die Hoffnungen auf eine politische Lösung sind wieder gewachsen.