Wenn Deutschlands Autofahrer doch auch so brav wären wie deutsche Spaziergänger! Während die PS-Deutschen ihre Fortbewegungsmethoden noch immer nach der Devise "Was nicht verboten ist, ist erlaubt" bestimmen, haben die bescheidenen Perpedesbürger das Prinzip längst umgekehrt: "Was nicht erlaubt ist, ist verboten."

Zum Beispiel das Betreten des Rasens. Nach jahrelangem Marsch vorbei an den grünen Institutionen haben die deutschen Spaziergänger gelernt und verinnerlicht: Rasen ist für Menschenfüße grundsätzlich tabu. Auch wenn’s gar nicht dran steht. Wie an der Kurpromenade in Travemünde, wo der Rasen bislang trotz fehlender Verbotsschilder unbetreten blieb, nur ehrfurchtsvoll beobachtet wurde. Wo die Wandelnden schon angesichts einer Grünfläche das Gras wachsen hören.

Es geht (sich) nicht ohne Schilder. Deshalb will die Kurverwaltung den braven Rasenbetrachtern jetzt mit Schildern Mut machen. Neu errichtete Anzeigentafeln mit der Aufschrift: "Rasen betreten gestattet" sollen den Promenierern auf die Sprünge helfen. W. R.