Sensationen gibt es längst nicht mehr im Angebot der Touristikunternehmen. Seriosität und Prospektehrlichkeit heißt überall das Motto. Da macht auch der Frankfurter Veranstalter gut mit seinem neuen Winterprogramm, das jetzt vorgestellt wurde, keine Ausnahme. Die einzige Sensation erweist sich bei näherem Hinsehen als Bluff. "Kinder bis 15 Jahre reisen kostenlos" heißt es auf dem Titelblatt. Allerdings hat dieses Versprechen nur Gültigkeit vor Weihnachten und nach Neujahr, in einer Zeit also, in der ältere Kinder ohnehin zur Schule gehen müssen.

Darüber hinaus wird das Übliche angeboten: Kanarische Inseln mit einem noch größeren Kontingent, Langzeitaufenthalt auf Mallorca, Ibiza und an der Costa del Sol. Der überwiegende Teil der Sonnenziele liegt in Spanien. Bei den Winterzielen steht Österreich im Mittelpunkt, wobei vor allem Ferienwohnungen recht preiswert sind. Das Angebot in den französischen Alpen wurde um die Orte Flaine und Avoriaz erweitert.

Als Dienst am Kunden werden in diesem Jahr auch erstmals für die Sonnenziele Klimatabellen mit Luft- und Wassertemperaturen, Sonnenscheinstunden und Anzahl der Regentage veröffentlicht. Apartments erscheinen nicht nur im Bild, sondern teilweise im Grundriß, so daß sich der Kunde ein besseres Bild von den Räumlichkeiten machen kann. Nach NUR gibt der kleinere Frankfurter Veranstalter außerdem nun ebenfalls die Transferzeiten zwischen Zielflughafen und Hotel an. Leider hält man bei gut aber noch immer an der gesonderten Preistabelle in der Mitte des Kataloges fest, was die Orientierung etwas umständlich macht.

Die Preise wurden um etwa neun Prozent angehoben. Trotzdem rechnet man mit rund 35 000 Buchungen.

Die Veranstalter geben sich optimistisch, immerhin entsprachen die Buchungseingänge für 1972 den Erwartungen. Von den geplanten 230 000 Urlaubsreisen sind, so war zu erfahren, zur Zeit fast 95 Prozent ausgebucht. Ein Beweis dafür, daß das Geschäft auch ohne Sensationen läuft. UHS.