Touristen auf den Überseelinien der großen Chartervögel sind von Gefahren bedroht, die das unmittelbare Urlaubsmilieu luxuriöser Hotels, gechlorter Schwimmbäder und europäisch geführter Restaurants nicht für möglich erscheinen lassen. Das pauschale Ferienabenteuer in der Neckermann-Gruppe, der achtlose Umgang mit Sonne und Wasser in tropischen Ländern Asiens und Afrikas, hat vielen Reisenden Krankheiten eingetragen, die die ärztliche Terminologie um einen neuen Begriff bereichert haben: Touristikmedizin. Unter diesem Titel erscheint im flexiblen Einband ein Leitfaden für die ärztliche Praxis, der auch Laien auf Reisen in ferne Länder nicht dringend genug empfohlen werden kann – allein, um zu wissen, was ihnen durch Muscheln, Salat oder nicht abgekochtes Wasser möglicherweise droht:

Touristikmedizin, Hrsg. Dietrich Mohring; Georg Thieme Verlag, Stuttgart; 229 Seiten, 12,80 Mark.

Die häufigsten und häßlichsten Folgeerscheinungen allzu heftigen Urlaubsgenusses in exotischen Breiten sind am leichtesten zu vermeiden: Sonnenbrand und Syphilis. Die Ratschläge der Autoren sind ebenso simpel wie beherzigenswert. Sonnenbrand: "Man muß sich langsam an die Intensität ungewohnter Sonnenstrahlung am Meer und im Gebirge gewöhnen..." Syphilis: "Distanz halten ist hier die beste Prophylaxe."

Die Warnungen vor und Verhaltensmaßregeln bei Infektionskrankheiten (Hepatitis, Bakterienruhr, Fleckfieber) und Tropenkrankheiten (Malaria, Schlafkrankheit, Cholera, Lepra, Gelbfieber oder die scheußlichen Wurmkrankheiten), vor allem das Kapitel über Schutzimpfungen sollte jeder Ferntourist kennen. Klimaeinflüsse, Flugtauglichkeit, Zeitverschiebung und Ernährungsstörungen sind ebenfalls Gegenstand der Touristikmedizin. W. B.