Anton Rupert hielt früher Vorlesungen über Chemie an der Universität von Pretoria in Südafrika. In den letzten Jahren befaßte er sich allerdings weniger mit der Wissenschaft als mit der Wirtschaft. Der Akademiker aus Südafrika baute sich in aller Stille einen Tabak-Konzern von Weltformat auf.

Ruperts letzter Coup auf dem Tabakmarkt: Er bringt seine europäischen Beteiligungen unter einen gemeinsamen Hut: Der britische Garreras-Konzern wird in Rothmans International umgetauft und übernimmt Ruperts Beteiligungen an den Tabacofina-Firmen in der Schweiz, in Belgien und Holland, an der holländischen Turmac und schließlich auch die Martin Brinkmann AG.

Den komplizierten Handel finanziert Self-made-Millionär Rupert durch Ausgabe vonGarrera-Aktien und Wandelobligationen für 107 Millionen Pfund.

Der Vorstand der Rothmans wird "enropäisch": Sechs Briten, vier Deutsche, je zwei Belgier und Holländer sowie ein Schweizer, ein Spanier und ein Ire werden das Gremium besetzen.

Damit ist aber nur eines der großen Tabakrätsel gelöst. In London schwirren nun Gerüchte um British American Tobacco (BAT) und Imperial Tobacco (Imts), Nummer drei und sechs der größten Inselunternehmen. Eine Gewaltfusion, so heißt es, stehe bevor.

Grund: Das nun 65jährige Abkommen der beiden Tabakriesen, wonach Imts nur den Inlands- und BAT den Auslandsmarkt beliefern dürfen, ist mit den EWG-Wettbewerbsgesetzen nicht vereinbar. Eine Fusion zur British Imperial Tobacco (BlTs) soll das Problem auf einfache Art lösen: Imts hält bereits 28,5 Prozent des BAT-Kapitals. few