Möbelfabrikant Erwin Behr aus Wendlingen am Neckar ließ einen Brief schreiben, der ihn womöglich teuer zu stehen kommt. Einem Möbelhändler, der Behr-Produkte besonders preisgünstig verkaufte, teilte Behr schriftlich mit, er werde ihn künftig nicht mehr beliefern. Die Begründung für die angedrohte Liefersperre steht auf schwachen Füßen: Der Händler soll sich nicht an die Verkaufspreisliste gehalten haben. Eine Verpflichtung, die Preise einzuhalten, gibt es freilich überhaupt nicht.

In Bonn nahm sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher (AGV) des Falles an, und in Berlin wird beim-Bundeskartellamt geprüft, ob Behr nicht seine Marktstellung mißbraucht hat. Daß mit dem Drohbrief etwas nicht stimmt, bemerkten inzwischen selbst die Wendlinger Produzenten. Ein Behr-Sprecher: "Der Brief ist ungeschickt geschrieben." Zudem meinte er: "Da hat man aus einer Mücke einen Elefanten gemacht."

Wie teuer eine solche "biologische Verwandlung" werden kann, erfuhr erst vor einigen Wochen die deutsche Tochtergesellschaft des japanischen Photokonzerns Yashica. Die Japaner hatten einem Düsseldorfer Händler "unliebsame Schritte" wegen seiner Niedrigpreis-Angebote angedroht. Das Kartellamt belegte daraufhin die Japaner mit 19 000 Mark Bußgeld. hff