Reiseausfallkosten-Versicheruning:

Wer im letzten Moment von einem Gruppenreisevertrag zurücktritt, hat in der Regel den vollen Preis für Fahrt und Unterkunft zu entrichten. Grund: Die Touristik-Unternehmen haben Plätze in Chartermaschinen und Sanderzügen reserviert und Hotelzimmer fest gebucht, die sie innerhalb einer kurzen Frist nicht anderweitig verkaufen können.

Gegen die finanziellen Folgen eines Reiserücktritts kann sich der Urlauber seit einigen. Jahren mit Hilfe einer Reiseausfallkosten-Versicherung schützen. Bei den meisten groten Touristik-Unternehmen ist eine derartige Versicherung bereits im Reisepreis mit einbegriffen. Die Touristik Union International (TJI) mit ihren Tochterunternehmen Touropa, Scharnow, Hummel, Tigges, Transeuropa und airtours überweist beispielsweise je nach Reisekosten Beträge zwischen sieben und 13 Mark an die Europäische Güter- und Reiseversicherung in Köln. Dafür zahlt diese Gesellschaft Versicherungsfall die Rücktrittskosten (die beim Veranstalter fällig werden), sowie nachgewiesene zusätzliche Rückreisekosten, die sei einer außerplanmäßigen Heimfahrt auftreten. Allerdings. muß sich der Versicherte mit 15 Prozent am Schaden beteiligen, die Mindest-Selbstbeteiligung wurde auf 50 Mark festgesetzt.

Unklarheit besteht allerdings bei vielen Touristen darüber, wann der Versicherungsfall antritt. Nicht jeder beliebige Rücktritt von einer Reise veranlaßt nämlich die Versicherung nur Zahlung; sie tritt nur dann für den Schacen ein, wenn bestimmte gravierende Ereignisse vorgefallen sind, zum Beispiel Tod, schwerer Unfall oder plötzliche schwere Krankheit des Versicherten, seines Ehegatten, seiner Kinder, Eltern, Großeltern, Enkel, Schwiegereltern und Schwiegerkinder. Versicherungsschutz wird ausdrücklich nicht gewährt, wenn sich der Reisende als nicht impffähig erweist, eine Schwangerschaft vorliegt oder die Krankheit durch eine Schwangerschaft bedingt ist. Dagegen besteht Versicherungsschutz auch bei schwerem Sachschaden am Eigentum des Versicherten nach einem Elementarereignis (wenn beispielsweise das Haus abbrennt), das die Anwesenheit des Versicherten am Heimatort dringend erforderlich macht.

Natürlich können sich auch Individualreisende das Rücktrittsrisiko versichern lassen: Wer beispielsweise einen Hotelaufenthalt gebucht hat, kann sich bei jedem Reisebüro gegen vertraglich fällig werdende Kosten im Falle des Rücktritts absichern. Beim Vertragsabschluß muß der Beherbergungsvertrag, also die Buchungsbestätigung, der Versicherung vorgelegt werden. Für den Versicherungsschutz werden zwei Prozent der möglichen Schadenssumme berechnet, hat man ein Ferienhaus gemietet, sind drei Prozent fällig. Wer eine Eisenbahnfahrkarte gekauft hat, kann das Billett innerhalb der Geltungsdauer (bis zu 98 Kilometer vier Tage, über 98 Kilometer zwei Monate) jederzeit am Schalter wieder in Bargeld umwandeln. Ist diese Frist verstrichen, kann ein Erstattungsantrag – dessen Bearbeitung etwas länger dauert – gestellt werden. Flugtickets für Linienflugzeuge können ebenfalls innerhalb der auf dem Ticket aufgedruckten Fristen zurückgegeben werden.

Krankenversicherungen:

Erkrankungen während eines Urlaubs im Ausland können teuer werden. Versicherungsschutz ist auf vielerlei Weise möglich. Die preiswerteste Möglichkeit: Der Reisende besorgt sich bei seiner deutschen Pflichtkrankenkasse einen Versichertenausweis, der in fast allen westlichen europäischen Staaten gilt. Im Krankheitsfall kann unter Vorlage dieses Ausweises bei einer Kontaktstelle im Urlaubsland (ein Heft mit den Anschriften gibt es bei den Pflichtkrankenkassen) ein Behandlungsschein abgeholt werden, gegen dessen Verlage ausländische Ärzte und Krankenhäuser deutsche Patienten behandeln. Die Sache hat allerdings zwei Haken: Zum ersten werden Krankenkosten nach dem Recht des jeweiligen Landes erstattet, und das weicht hin und wieder vom deutschen Recht ab. Wer in französische Krankenhäuser eingeliefert wird, muß damit rechnen, daß er zehn Prozent der Krankenhauskosten selbst zu tragen hat.