Die Pariser Vietnam-Konferenz droht zum drittenmal festzufahren. Nach der 153. Sitzung deutete am Donnerstag voriger Woche der amerikanische Delegationssprecher an, die USA könnten die Sitzungen erneut boykottieren, sollte sich die Gegenseite nicht endlich zu konkreten Verhandlungen bequemen.

Der US-Senat forderte erneut den Rückzug aller Truppen aus Vietnam innerhalb von vier Monaten, falls Hanoi in dieser Zeit alle Kriegsgefangenen freiläßt. Sobald sich Nordvietnam dazu bereit erklärt, werden alle Mittel für die Kriegsführung in Indochina gesperrt. Verteidigungsminister Laird kündigte dagegen an, die USA würden ihr Bombardement bis zum Rückzug der Nordvietnamesen fortsetzen.

Trotz aller offiziellen Dementis hält die Diskussion um die Bombardements nordvietnamesischer Deiche an. Eine internationale Untersuchungskommission, der auch der frühere US-Justizminister Clark angehört, beschuldigte die Bomberpiloten, bewußt zivile Einrichtungen zu bombardieren, um die Bevölkerung zu terrorisieren. Auch die Treffer auf den Deichen seien nicht versehentlich. In den USA wurden dagegen Berichte über nordvietnamesische Greuel bekannt. Danach haben Truppen Hanois südvietnamesische Zivilisten ermordet.