Noch vor wenigen Wochen wollte Victor Matthews nicht ausschließen, daß die traditionsreiche Cunard Line und P & O (Peninsular and Oriental Steam Navigation Company Ltd.) eines Tages unter gleicher Flagge segeln könnten. Matthews mußte es wissen, denn er ist managing director der Finanzgruppe Trafalgar House Investments, die vor einem Jahr Cunard übernommen hatte. Um keinen falschen Verdacht zu erregen, fügte er seiner Prognose vorsichtig hinzu, daß eine Fusion kein akutes Problem, sei.

Offenbar wollte P & O ("die größte Reederei der Welt") aber lieber allein bleiben. Ende vergangener Woche überraschte sie mit der Ankündigung, man wolle mit der Baufirma Bovis Ltd. fusionieren. Gerüchteweise war diese Verbindung schon häufiger an der Börse aufgetaucht, allerdings hieß es bis dahin immer, Bovis würde P & O übernehmen.

In der Tat wird der Einfluß der Baufirma auf die Geschäftsführung nach der Fusion auch bedeutend sein: Als Leiter des Lenkungs- und Planungsausschusses, der in Zukunft für die Geschicke der fusionierten Gesellschaften verantwortlich sein soll, wurde Bovis-Chef, Fred Sanderson, berufen.

Für die Aktionäre beider Gesellschaften scheint die Verbindung zwischen der Reederei und der Baufirma ein lohnendes Geschäft zu werden. Als ersten Schritt zur Fusion hat P & O eine Weihe aufgelegt, die zu sieben Prozent verzinst werden soll. Bovis-Aktionäre sollen gegen diese Papiere ihre Aktien eintauschen. Zudem bekommen sie für fünf Bovis shares elf P & O-Aktien. kde