Bei reparaturanfälligen Geräten ist das Mieten günstiger als der Kauf

Wenn Geld keine große Rolle spielt und immer ein Gerät mit den neuesten technischen Finessen im Zimmer stehen soll, nur dann, so das Verbrauchermagazin DM, lohnt sich das Mieten von Farbfernsehgeräten.

"... Profis mieten", wirbt hingegen die Münchner telerent (Prospektwerbung: "Deutschlands größter Fernseh-Mietservice"), denn "Mieten ist wirtschaftlich". Der mit 22 Niederlassungen in der Bundesrepublik tatsächlich größte Fernsehvermieter bietet für eine monatliche Gebühr "wie bei Telephon und Computer: Deutsches Markenfernsehgerät, volle Wartung, alle Reparaturen, Modell Wechsel nach Wunsch, Sofortaufstellung frei Haus."

Das Vermieten von Fernsehgeräten steckt in Deutschland noch in den Anfängen. Erst seit Ende 1968 wird den Fernsehkonsumenten dieser Service in größerem Umfang angeboten. 30 000 bis 40 000 Geräte, so schätzt telerent-Marketing-Leiter Dieter Casper, wurden seither im Leasing-System in deutschen Heimen aufgestellt – darunter allein über 20 000 von telerent. Angesichts der inzwischen über 17 Millionen Fernsehhaushalte (davon etwa 2,2 Millionen mit Farbgeräten) eine verschwindende Anzahl: noch nicht einmal zwei Prozent. Doch die Olympischen Spiele von München halfen auch den Vermietern: In einigen Filialen stehen heute nur noch die teuersten Geräte im Lager.

Der monatliche Mietpreis richtet sich nach Ausstattung und Alter des Geräts. Schwarzweiß-Mattscheiben sind bereits ab 19 Mark zu haben. Kleinere Colorgeräte gibt es ab monatlich 48 Mark. Für die neuesten Farbkästen mit 66-Zentimeter-Bildröhre und 110 Grad Ablenktechnik müssen um die 80 Mark bezahlt werden. Die Mindestmietdauer beträgt allerdings ein Jahr. Jederzeit kann der Mieter ein anderes Gerät aufstellen lassen. Service, Reparaturen und Gerätetausch – wann immer der Kunde es wünscht – sind bereits mit der Miete abgegolten. Casper: "Wir bieten die absolute Sicherheit."

Bei Farbfernsehgeräten kann dieser "kostenlose" Service durchaus lohnen. So fand die Zeitschrift Test der Berliner Stiftung Warentest durch Leserbefragung heraus: "Farbfernsehgeräte sind störanfälliger, ihre Reparatur ist teurer, und sie dauert länger." Die Reparaturkosten aber machen einen. Vergleich zwischen Kauf und Miete zu einem Rechenexempel mit einer Unbekannten.

Das Frankfurter Magazin DM errechnete bei Kauf eines Bunt-Bild-Gerätes (Neupreis: 2200 Mark) nach drei Jahren eine Belastung von insgesamt 3100 Mark. Dabei wurden ein Zinsverlust von 100 Mark und Reparaturkosten von 200 Mark pro Jahr angenommen. Bei Gerätmiete beträgt die Belastung nach drei Jahren 2760 Mark. Wenn weniger Reparaturen anfallen, geht diese Rechnung jedoch nicht auf.