Die Industrie-Giganten sitzen nach wie vor in den USA. Das größte Industrieunternehmen der Welt, der amerikanische Autohersteller General Motors, setzte 1971 fünfmal soviel um wie die größte deutsche Firma, der VW-Konzern. Das Unternehmen in Detroit erhöhte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 51 Prozent. In allen Bereichen der Industrie stehen amerikanische Konzerne an der Spitze. Weit abgeschlagen hinter den US-Riesen, die mit 56 Firmen über die Hälfte der Tabellenplätze beanspruchen, folgt die Bundesrepublik auf Platz zwei, aber mit nur 13 Unternehmen.

Wie zwergenhaft die deutschen Unternehmen im Vergleich zu den amerikanischen Konzernen erscheinen, verdeutlicht auch eine Untersuchung ihrer Börsenwerte vom März dieses Jahres. Danach reicht der Kurswert aller an deutschen Börsen notierten Aktien (rund 131 Milliarden Mark) noch nicht einmal aus, um den amerikanischen Computer-Giganten IBM (Börsenwert rund 138 Milliarden Mark) aufzukaufen. Der Aussagewert solcher Rechnungen ist freilich gering.

In der Spitzengruppe der Weltfirmen gab es im vergangenen Jahr keinen nennenswerten Rangwechsel. Auf den hinteren Plätzen fanden dagegen zahlreiche Verschiebungen statt – ausgelöst vor allem durch die Dynamik japanischer Firmen. So übersprang Nissan Motor 18 Plätze und erreichte die 40. Stelle, Toyota rückte 15 Plätze nach vorn und belegte den 34. Rang. Trotz der Yen-Aufwertung konnten japanische Unternehmen auch auf den Exportmärkten ihre Umsätze oft noch erheblich ausweiten. Selbst die japanische Stahlindustrie konnte ihre Position halten. Während die westliche Konkurrenz wegen Preisverfall und Absatzschwierigkeiten oft erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mußte, konnte Nippon Steel, das heute zweitgrößte Stahlunternehmen der Welt (hinter US-Steel), seinen Platz 20 unter den Umsatzriesen halten.

Verlierer des Jahres 1971 waren alle Unternehmen, die sich in Staatsbesitz befinden oder in größerem Maße von Regierungsaufträgen abhängen. Dazu zählen insbesondere die Flugzeugbauer. Boeing, North-American-Rockwell, McDonnell Douglas oder United Aircraft stiegen um mehr als zehn Plätze ab. Auf der Seite der Gewinner sind von der Branche her gesehen die internationalen Mineralölkonzerne sowie die Großunternehmen der Chemie.

Die Aussagefähigkeit von Umsatzangaben internationaler Konzerne ist in der Regel äußerst gering. Die Differenzen auf Grund unterschiedlicher Bilanzierungsmethoden. und durch die Verschiebungen der Wechselkursrelationen sind beträchtlich. Trotzdem lassen sich die großen Veränderungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen und gegenüber den anderen Ländern klar erkennen. ifr.