Neu in Museen und Galerien:

Berlin Bis Ende September, Galerie KWARZ: "Künstler der Gruppe KWARZ"

KWARZ ist die jüngste und derzeit (vermutlich, genau weiß man das nie) einzige Berliner Künstlergruppe, nachdem "Großgörschen" und "Potsdamer" ihren Gruppengeist aufgegeben und ihre Mitglieder in die Prominenz entlassen haben. KWARZ hat neun Mitglieder, die kooperativ ausstellen, eine Galerie führen und Graphik edieren, wie das die Hamburger COOP-Gruppe eine Zeitlang praktiziert hat. Künstler organisieren Selbsthilfe, gegen Kommerz und Kommerzialisierung. Solche Kooperativen sind berechtigt, aber kurzlebig: der Markt holt sich die Künstler, die er brauchen kann, die Umsatz versprechen, und die Künstler spielen mit. KWARZ ist ein Wort, das nichts beinhaltet, kein Begriff, kein Programm. Heinz Ohff hat im Vorspann der KWARZ-Mappe 1 (in diesen Wochen ist bereits die Mappe 2 erschienen) "Skeptischen Realismus" im Gegensatz zum kritischen Realismus, der "Großgörschen"-Künstler, als gemeinsamen Nenner vorgeschlagen. Das trifft für den einen oder andern zu, nicht für alle. Die KWARZ-Künstler demonstrieren den total offenen Horizont, die, Unverbindlichkeit der Stile, die freie Verfügbarkeit der in den sechziger Jahren entwickelten Konzepte. Angelika Margull verwendet hart realistisch erfaßte Körperpartien für seltsam verkantete, hochgeschraubte Aktfiguren, der Detailrealismus wird durch die Totale als Stilmittel des Absurden denunziert. Daniel Loewe liefert in seinen flugzeugbestückten Stadtansichten eine Kombination von Photorealismus und Phantastik. Die Landschaft ist ein beliebtes Thema und stilistisches Prüffeld. Sie wird von Dirk van der Meulen in eine Art von romantischen Tachismus aufgesplittert, von Reinhard Hoffmann auf geometrische Muster reduziert. Bei so heterogenen Ansätzen kann sich eine künstlerische Kooperative allerdings nicht herausbilden.

Hamburg Bis zum 3. September, Altonaer Museum: "Max Pechstein"

Pechstein war der erste unter den deutschen Expressionisten, der überschwenglich gefeiert wurde, und er ist wiederum als erster übereilig verstoßen worden, schreibt Gerhard Wietek im Katalog der Ausstellung. Erst in den letzten Jahren hat sich eine objektivere Beurteilung durchgesetzt. Dabei war es vor allem die frühe Graphik, die seine Rehabilitierung einleitete. In Altona ist gerade die Graphik der Brücke-Jahre hervorragend dokumentiert.

Gottfried Sello

Wichtige Ausstellungen: