Schwangere Frauen sollten unter keinen Umständen Kartoffeln essen, die auch nur von einer leichten Fäulnis befallen sind. Es besteht nämlich die Gefahr, daß sie schwer mißgebildete Kinder mit zweigeteilter Wirbelsäule (Spina bifida) oder mit einem sogenannten Froschkopf (Anenzephalie) zur Welt bringen. Am besten, sie essen während der Schwangerschaft überhaupt keine Kartoffeln.

Diese, Warnung spricht der britische Genetiker Dr. James Renwick in der neuesten Ausgabe des British Journal of Social and Preventive Medicine aus. Renwick glaubt, einen statistischen Nachweis zu haben, daß dort, wo häufig Kartoffelfäule auftritt, auch besonders oft jene Mißbildungen vorkommen.

Beispielsweise werden im amerikanischen Bundesstaat Idaho zwar besonders viele Kartoffeln angebaut und auch verzehrt, wegen der geringen Luftfeuchtigkeit gibt es dort aber kaum Kartoffelfäule, und auch die erwähnten Mißbildungen bei Kindern treten außergewöhnlich selten auf. In den feuchteren Neuenglandstaaten dagegen ist der Fäulnispilz ein ernstes Problem, und dort gibt es besonders häufig auch Mißbildungen bei Kindern. Dasselbe trifft auch für weite Teile Nordeuropas zu, meint Renwick.

Das Kartoffelgift, das Erwachsenen nichts anhaben kann, Ungeborene aber möglicherweise ernsthaft schädigt, ist nach Renwicks Meinung vor allem in Kartoffeln enthalten, die während des Winters gelagert wurden. Das Gift gelangt nicht nur über den Verdauungstrakt der Mutter zum Kind, sondern auch über ihre Lungen, wenn sie beim Kartoffelschälen einen Spray von Gift erzeugt und diesen einatmet. Neun