In Brüssel hat ein Mann seinen Hut genommen, den man nur ungern gehen sieht: J. Robert Schaetzel, seit 1966 Botschafter der Vereinigten Staaten bei der EWG. Mit ihm hatte der frühere US-Präsident Johnson einen guten Griff getan. Und Richard Nixon wird es schwer haben, einen ebenbürtigen Nachfolger zu finden. Denn Schaetzel vertrat zwar die Position seiner Regierung mit aller Härte, zeigte jedoch stets auch Verständnis für die europäischen Interessen.

Daß ein Diplomat nach 30 Jahren aus den Diensten seiner Regierung ausscheidet, ist nichts Außergewöhnliches. Und die Amerikaner versichern auch, die Entscheidung beruhe allein auf privaten Motiven. Doch in Brüssel wird der Rücktritt anders interpretiert. Es ist kein Geheimnis, daß Amerikas EWG-Vertreter zu Hause wenig Rückhalt hatte und seine Argumente nur noch wenig Gehör im Weißen Haus fanden. Und diese Argumente richteten sich gegen den übertriebenen Protektionismus, mit dessen Hilfe sich Nixons Regierung einen Platz auf dem europäischen Markt sichern wollte.

Allzu schnell sind die Amerikaner oft mit dem Vorwurf bei der Hand, die EWG treibe eine protektionistische Politik. Daß nun der eigene Repräsentant offensichtlich die ständig wiederholten Vorwürfe nicht mehr vertreten mag, sollte den Amerikanern ein Warnzeichen sein. Spätestens jetzt müßte man in Washington erkennen, daß es besser ist, zu argumentieren als zu polemisieren. hhb