Von Gerhard Krug

easing liegt noch immer in der Nähe von Kälau. "Kennen Sie Leasing?" – "Nein, wie tanzt man das?" Und nicht selten müssen amüsierte Sekretärinnen die Telephonmuschel zuhalten, um ihre lauthalse Heiterkeit zu dämpfen, wenn am anderen Ende der Leitung der Wunsch formuliert wird: "Ich möchte gern mit Herrn Leasing sprechen."

Also: To lease heißt mieten. Man mietet Wohnungen, Telephone, Computer. Aber ein Auto? Leasing fuhr direkt aus den USA in die Idylle des Deutschen, der sein traditionelles Besitzverhältnis zum Blechfetisch getrübt sah. Eines der drei großen F von Frau, Füllfederhalter und Fahrzeug mit ihrer besonderen Bedeutung für die Charakterstärke der Germanen war plötzlich angekratzt. Drei Dinge braucht der Mann eben, er besitzt sie und gibt sie nie aus der Hand.

Der Gedanke, daß man ja ein Auto in erster Linie nutzen und nicht unbedingt besitzen muß, kreierte das Leasing-System Ende der 40er Jahre in den Vereinigten Staaten. Es war kein Zufall, daß die Idee des Leasing im Jahre 1966 in der Bundesrepublik schnell Fuß faßte, als die Industrie nach neuen Wegen suchte, aus der Talsohle wieder herauszusteuern. Da Rationalisierung fast immer bei den Fahrzeugen beginnt, demontierte man bereitwillig den Fuhrpark, mietete, nein leaste die Flotte auf vier Rädern und machte damit Gelder frei für andere Investitionen.

Dieser Rückblick sagt eigentlich fast alles über den Vorzug von Leasing: Man bindet kein Kapital durch Erwerb von Kraftfahrzeugen, man investiert also nicht artfremd. "Unsere Gesprächspartner", sagt Gerhard Kaiser, Geschäftsführer der Dello Leasing Hamburg, "sind nicht die Fuhrparkleiter, denn die fürchten um ihre Jobs. Wir suchen den Kontakt zur Finanzleitung ocer Geschäftsführung."