Die Inhaber von Konten bei Banken und Sparkassen wurden in den letzten Wochen mit immer neuen Gebühren überrascht. Ein Preisvergleich zwischen verschiedenen Kreditinstituten ist bisher kaum möglich. Lachender Dritter ist die Bundespost: Sie meldet eine weit über das übliche Maß hinausgehende Nachfrage nach Postscheckkonten.

  • Die Einführung der Gebühren für Gehaltskonten wurden von den Konteninhabern geschluckt. War das ein Versuchsballon, dem nun immer weitere Gebühren folgen?

Bösel: Bankdienstleistungen sind in den letzten Jahren immer stärker gefragt worden. Die Lohn- und Gehaltskonten haben sich von einem bloßen Instrument der Abwicklung von Lohn- und Gehaltszahlungen zu einer Drehscheibe der finanziellen Disposition der Kontoinhaber gewandelt. Gleichzeitig hat sich die Kosten- und Ertragsstruktur der Banken tiefgreifend geändert. Die Zinsspanne ist erheblich zurückgegangen und die Verwaltungskosten sind – trotz Ausnutzung aller Rationalisierungsmöglichkeiten – kräftig gestiegen.

Unter diesen Gesichtspunkten erscheint es nur konsequent, wenn in letzter Zeit viele Kreditinstitute ihre Kunden mit Kontoführungsgebühren belasten, die noch dazu nur einen geringen Teil der tatsächlich entstehenden Kosten decken.

  • Als die Scheckkarte eingeführt wurde, sollte doch dem Kunden ein problemloses Zahlungsinstrument an die Hand gegeben werden. Warum verlangt man dann plötzlich Einlösegebühren?

Bösel: Die privaten Banken vertreten seit Einführung der Scheckkarte konsequent die Meinung, daß die Einlösung von Scheckkartenschecks im Inland im Interesse des Systems kostenlos erfolgen sollte, Leider hat sich jedoch gezeigt, daß Institute anderer Kreditbereiche von Kunden privater Banken Einlösungsprovisionen von zwei Mark verlangen. Verschiedene private Banken mußten deshalb jetzt an Plätzen, an denen die Konkurrenz so verfährt, auch dazu übergehen, Einlösungsgebühren von den Kunden der Konkurrenz zu erheben. Für die Scheckkartenkunden privater Banken erfolgt die Einlösung weiter kostenlos.

  • Warum gibt es bei den Banken keine deutliche "Preisauszeichnung", die dem Kunden Gebührenvergleiche ermöglicht?