Die Volksrepublik China hat als Mitglied des Sicherheitsrates Einspruch gegen die Aufnahme von Bangla Desh in die UN erhoben. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt" sei das "sogenannte" Bangla Desh dafür nicht qualifiziert, da immer noch indische Truppen auf seinem Territorium stünden und Dacca zudem eine Resolution des Sicherheitsrates mißachte, 90 000 pakistanische Kriegsgefangene zu entlassen. Der von der Sowjetunion unterstützte Antrag liegt jetzt – wahrscheinlich für längere Zeit – im Mitgliederausschuß fest.

Entgegenkommender zeigte sich Peking gegenüber Bonn und Tokio. Die Regierung der Volksrepublik ist zu einem Gipfelgespräch mit der Bundesrepublik über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen noch vor der Bundestagswahl Anfang Dezember bereit. Ein Mitglied der Bundesregierung wäre, so ist der allgemeine Eindruck, jederzeit willkommen.

Der japanische Ministerpräsident Tanaka hat die Einladung zu einem Besuch Pekings im September inzwischen angenommen – sehr zum Ärger Taiwans, das von einer "höchst unfreundlichen Haftung Japans sprach; die Regierung in Taipeh weigerte sich, den japanischen Botschafter zu empfangen. Tokio rechtfertigte sich: Freiwillig wolle man die Beziehungen zu Nationalchina nicht abbrechen; man werde "unter großen Schmerzen" dazu gezwungen.

Peking rieb in der vergangenen Woche noch Salz in die nationalchinesischen Wunden. Auf sein Betreiben hin wurde Taiwan aus den Statistiken der Vereinten Nationen entfernt. Über Nacht verschwand auch die letzte Erwähnung der Insel im UN-Gebäude: Eine Bronzeplakette neben einem Konfuzius-Zitat.