Von Hannelore Asmus

Wenn von einem Urlaub an der schleswigholsteinischen Nordsee die Rede ist, denkt man leicht an turbulente Badeorte, an überfüllte Strände und Bars, wo sich Playboys und Playgirls tummeln.

Es gibt aber auch noch die andere Nordsee, etwa die melancholische Nordsee von Theodor Storm: "Über die feuchten Watten spiegelt der Abendschein. Graues Geflügel huschet neben dem Wasser her; wie Träume liegen die Inseln im Nebel auf dem Meer." Oder die Nordsee Emil Noldes mit blutroten Sonnenuntergängen, sanftem oder dämonischem Meer und Himmel. Solche Nordsee erlebt der Urlauber zum Beispiel in Nordfriesland zwischen dänischer Grenze und der Halbinsel Eiderstedt mit den "Uthlanden".

An der Husumer Bucht haben sich die Ferienorte Wobbenbüll, Halebüll, Hockenbüll, Finkhaushalligkoog oder Witzwort zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen: Sie bietet unter dem Motto "Ich will Land – ich will Meer" einen Urlaub besonders für den Autofahrer an, der in der Einsamkeit und Weite der Landschaft wohnen und sich dort erholen will, der aber dennoch beweglich genug ist, Ausflüge an der Husumer Bucht, zur Insel- und Halligwelt und nach Dänemark zu unternehmen.

Die Vielfältigkeit der Landschaft bietet den Urlauber zugleich Ferien auf dem Lande und Badeferien an der See. Er kann auf Bauernhöfen, in Privatpensionen, Landgasthöfen und Hotels wohnen oder sich auf einem der zahlreichen Campingplätze hinter dem Seedeich niederlassen. In dem neuen, rethgedeckten Hotel "Lundbergsand" in Simonsberg beispielsweise kostet die Übernachtung in einem Zimmer mit Bad inklusive Frühstück 19 Mark.

Im allgemeinen liegen die Preise für Übernachtung mit Frühstück zwischen 7 und 19 Mark. Vollpension ist nur selten zu haben. Sie kostet dann zwischen 15 Mark in der Pension Carstens am Altendeich in Wobbenbüll und 24 Mark im Hotel "Lundbergsand". Ferienwohnungen und -häuser kann man für 15 bis 55 Mark pro Tag buchen. Andere Vermieter berechnen zwischen 5,50 und zehn Mark pro Bett.

Der Sandstrand ist in den Ferienorten an der Husumer Bucht knapp. Doch hat auch das Baden am grünen Naturbadestrand vor dem Seedeich seine Reize. Den Nachteil der Tide haben die Husumer zu einem Vorteil umgemünzt: "Wir sind sauberer als die Ostsee: Wir wechseln zweimal täglich das Badewasser."